Archiv des Autors: Trialog Unternehmerblog

Trialog Unternehmerblog

Über Trialog Unternehmerblog

Der TRIALOG-Unternehmerblog ist eine Plattform für und von mittelständischen Unternehmern.

Das kommt 2019 neu auf Un­ter­neh­mer und ihre Mit­arbeiter zu

Gleiche Preise und Bedingungen für alle Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR), keine automatische Weiterleitung zu einem länderspezifischen Shop. So lässt sich die Geoblocking-Verordnung zusammenfassen, die vor allem Online-Händler trifft und seit Anfang Dezember gilt, wie hier schon ausführlich zu lesen war. Diese Neuerung gehört sicher zu den wichtigeren Änderungen für das Jahr 2019. Aber auch bei den meisten anderen für Unternehmer relevanten Themen gilt wie auch im Vorjahr: Neu 2019 – was ist alles zu beachten?
Neu 2019: Steu­er­freie „Job­tickets“ für die Mit­arbeiter
Unternehmer, die ihren Mitarbeitern einen Zuschuss zu den Fahrtkosten zahlen, mussten ihn bisher zum steuerpflichtigen Arbeitslohn dazu rechnen. Das galt für die Fahrt zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte, die Fahrt zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet wie etwa einem Forstgebiet, oder die Fahrt zu einem vom Chef dauerhaft festgelegten Sammelpunkt wie etwa einem Busdepot. Lagen solche Sachbezüge unter der Freigrenze von 44 Euro, fielen sie steuerlich nicht ins Gewicht. Das Problem: Bei der Prüfung der 44-Euro-Freigrenze zählten auch alle anderen Sachbezüge mit. So war die Grenze schnell überschritten und damit die Summe sämtlicher Sachbezüge für den Arbeitnehmer steuerpflichtig. Das wird 2019 neu geregelt und soll dann nicht mehr passieren.
Neu 2019 auch: Das gilt un­ab­häng­ig von der 44-Eu­ro-Frei­grenze
Ab 2019 gilt nämlich nicht nur Folgendes: Gewähren Arbeitgeber ihren Mitarbeitern solche mobilitätsbezogenen Zuschüsse und Sachbezüge
für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte,
zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (etwa Forstgebiet),
zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt
sind diese Beträge stets steuerfrei. Die Bundesregierung erweitert diese Steuerbegünstigung zudem ab 2019 auch auf private Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr. Die beste Nachricht in diesem Zusammenhang: Künftig fallen diese geldwerten Vorteile nicht mehr unter die monatliche Freigrenze von 44 Euro. Allerdings werden diese steuerfreien Leistungen nun auf die Entfernungspauschale angerechnet. So will die Bundesregierung verhindern, dass durch die Addition von Pauschale und Zuschüssen eine Überbegünstigung gegenüber anderen Arbeitnehmern entsteht, die solche Aufwendungen selbst aus ihrem versteuerten Einkommen bezahlen.
Das gilt 2019 neu für Ver­pflegung und Un­ter­kunft
Wie jedes Jahr hat der Gesetzgeber die Sachbezugswerte für kostenlose oder verbilligte Verpflegung und Unterkunft der Entwicklung der Verbraucherpreise angepasst. Seit dem 1. Januar 2019 beträgt der Sachbezugswert für Mahlzeiten 251 Euro pro Monat. 2018 waren es 246 Euro. Das sind 2019 neu also pro Tag
1,77 Euro für Frühstück,
je 3,30 Euro für Mittagessen und Abendessen.
Der Sachbezugswert für Unterkunft/Miete beträgt künftig 231 Euro pro Monat. Das entspricht 7,70 Euro pro Tag. Für welche Mitarbeiter und in welchen Spezialfällen etwa auch unterwegs welcher Sachbezugswert gilt, sollten Unternehmer grundsätzlich mit dem Steuerberater klären. Das ist bei dieser doch nicht ganz unkomplizierten Materie das Sicherste.
Steu­er­li­che Ent­lastung für um­welt­freund­liche Fir­men­wagen
Fahrer von Firmenwagen mit Elektro- oder extern aufladbarem Hybridantrieb entlastet die Bundesregierung beim geldwerten Vorteil. Wird der Fahrzeugwert nach der Ein-Prozent-Regelung berechnet, muss der Nutzer nicht mehr ein Prozent des Bruttolistenpreises pro Monat als Einkommen versteuern, sondern nur noch die Hälfte. Auch mit der Fahrtenbuchmethode errechnete Privatanteile werden halbiert, ebenso der private Anteil an Leasingraten. Bedingung für diese Steuerbegünstigung ist: Das Fahrzeug wird nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 angeschafft oder geleast.
Eben­falls ab 2019 neu: das steu­er­freie be­triebli­che Fahr­rad
Bislang mussten Steuerpflichtige den geldwerten Vorteil auf ein unentgeltlich oder verbilligt vom Arbeitgeber überlassenes betriebliches Fahrrad oder Elektrofahrrad als geldwerten Vorteil versteuern. Ab 2019 neu:
Ist ein Elektrofahrrad verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen, greifen die Regelungen der Dienstwagenbesteuerung. Als Kraftfahrzeuge gelten beispielsweise Elektrofahrräder mit einer Motorengeschwindigkeit von über 25 Kilometer pro Stunde.
Handelt es sich um ein normales betriebliches Fahrrad, ist die private Nutzung steuerfrei. Hierfür fällt kein geldwerter Vorteil mehr an.
Auch Haf­tungs­fra­gen sind für On­line-Händ­ler 2019 neu
Seit 1. Januar 2019 haften auch Betreiber von Online-Handelsplattformen für Online-Händler. Hintergrund ist die zunehmende Umsatzsteuerhinterziehung beim Handel mit Waren über elektronische Marktplätze im Internet. Der Gesetzgeber hat für 2019 eine Regelung zur Haftung von Betreibern solcher elektronischer Marktplätze in das Umsatzsteuergesetz aufgenommen. Diese können unter bestimmten Voraussetzungen für nicht abgeführte Umsatzsteuer aus Geschäften auf ihrem Marktplatz in Haftung genommen werden. Das gilt insbesondere, wenn dort Unternehmer agieren, die im Inland steuerpflichtige Umsätze erzielen und hier steuerlich nicht registriert sind. Die Bundesregierung verpflichtet nun die Betreiber solcher Plattformen, bestimmte Angaben zu Verkäufern aufzuzeichnen, für deren Umsatz in Deutschland eine Steuerpflicht in Betracht kommt. Das soll das Umsatzsteueraufkommen sicherstellen sowie zum Schutz und zur Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit von steuerehrlichen Unternehmen beitragen.
2019 kommt die Vor­ab­pau­schale bei In­vest­ment­fonds
Für alle, die sich Gedanken über betriebliche oder private Rücklagen machen, gibt es einiges Neues in Sachen Aktienfonds. Mit der Vorabpauschale auf die Anlage in solche Fonds wird ab Januar erstmals ein neuer Steuerabschlag eingezogen. Direkt vom Depot, was sicher manchen Fondsanleger böse überraschen dürfte, auch wenn die Fondsgesellschaften hier bereits vielfach ihre Kunden vorgewarnt haben. Hintergrund der neuen Vorabpauschale: Thesaurierende Fondsanlagen reinvestieren Gewinne, statt sie auszuschütten, wodurch oft über mehrere Jahre kein oder nur wenig Gewinn anfällt. Deshalb waren sie steuerlich bislang bessergestellt als Anlagen, bei denen der Fiskus jedes Steuerjahr auf den Gewinn zugreift. Denn diese unterschiedliche Besteuerung beeinflusste bisher natürlich die Ertragskraft. Dem will die Bundesregierung mit der Neuerung von 2019 an einen Riegel vorschieben.
Be­rech­nung der Vor­ab­pau­scha­le klingt kom­pli­ziert
Laut Bundesregierung orientiert sich die Vorabpauschale „an einer risikolosen Marktverzinsung, das heißt an dem Betrag, den ein Anleger am Markt für eine risikofreie Geldanlage erhalten würde.“ Ausschüttungen können die Vorabpauschale bis auf null mindern. Sie ist auch auf die tatsächliche Wertsteigerung des Anteils im Jahr begrenzt – fällt also nicht an, wenn Anleger einen Verlust erzielt haben. Berechnet wird die Vorabpauschale für das Jahr 2018 mit einem Zinssatz von 0,609 Prozent des Werts des Anteils am Investmentfonds. Hatte ein Investmentanteil zu Jahresbeginn einen Wert von 100 Euro, läge die Vorabpauschale bei 0,61 Euro, falls der Wert am Jahresende mindestens um diesen Betrag gestiegen ist. Bei einer Vorabpauschale von 0,61 Euro fallen rund 0,15 Euro Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer an, führt das Bundesfinanzministerium in seiner Jahresankündigung aus.
Steuer­be­rater 2019 die Frei­stel­lungs­auf­träge checken las­sen
Unternehmer sollten sich mit ihrem Steuerberater einen Überblick über die erteilten Freistellungsaufträge verschaffen. Reicht der noch, bleibt das Geld auf ihrem Konto. Reicht er nicht oder wurde kein Freistellungsauftrag gestellt, erhebt das depotführende Kreditinstitut die Kapitalertragsteuer auf die Vorabpauschale durch Einzug vom Konto des Anlegers und führt den Betrag an die Finanzverwaltung ab. Zu beachten ist, dass die Freistellungsaufträge nur insgesamt den gesetzlichen Höchstbetrag erreichen dürfen. Wer seinen konto- oder depotführenden Instituten insgesamt Freistellungsaufträge von über 801 Euro – beziehungsweise 1.602 Euro bei gemeinsamer Veranlagung – erteilt, bekommt Ärger mit dem Finanzamt. Daher sollten Unternehmer ihren Steuerberater ruhig jetzt mal die nicht ganz unkompliziert zu behandelnde Gesamtlage checken lassen.
Rechts­rahmen für Verbrie­fung­en wird 2019 neu geregelt
Wer auf verbriefte Forderungen bei der Geldanlage setzt, für den ist interessant, dass 2019 auch ein europaweit geltendes Regelwerk für Verbriefungen in Kraft tritt. Bei Verbriefungen wandeln Finanzinstitute Forderungen verschiedenster Art in handelbare Wertpapiere um. Das ist wichtig zur Refinanzierung von Unternehmen. Deshalb und mit Blick auf die unrühmliche Rolle undurchsichtiger US-Verbriefungen bei der Entstehung und Verschärfung der Finanzkrise 2008 will der europäische Gesetzgeber mit der Neuregelung zu mehr Sicherheit und Vertrauen in verbriefte Forderungen beitragen. Deutschland wendet die europäischen Vorgaben eins zu eins an. Das neue Regelwerk schafft zu diesem Zweck insbesondere so genannte STS-Verbriefungen – STS steht hierbei für „simple, transparent and standardised“.
Aufsicht für die be­trieb­liche Al­ters­ver­sor­gung ist 2019 neu
Bei der betrieblichen Altersversorgung zieht die Bundesregierung neue Aufsichtsstrukturen ein und setzt damit eine EU-Richtlinie um. Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung sollen sich den Vorgaben zufolge ab 2019 intensiver mit den Risiken auseinandersetzen, denen sie ausgesetzt sind oder sein können, und prüfen, wie mit diesen Risiken umzugehen ist. Die EU-Richtlinie soll Impulse für die Bewältigung von Herausforderungen wie beispielsweise das Niedrigzinsumfeld oder den demographischen Wandel geben und so Versorgungsanwärter und Versorgungsempfänger besser schützen. Ein mehrstufiges System soll die Zusage von Leistungen der Alters-, Invaliditäts- oder Hinterbliebenenversorgung durch einen Arbeitgeber zugunsten seiner Arbeitnehmer sichern.
Neu ist 2019 manche Grenze bei der So­zial­ver­si­cherung
Wichtig und von Selbständigen heiß ersehnt: Die Mindestbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sinken. Auch die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung für Selbständige ebenso wie Angestellte ändern sich 2019:
Versicherungspflichtgrenze Krankenversicherung und Pflegeversicherung: jährlich: 60.750,00 Euro, monatlich 5.062,50 Euro
Beitragsbemessungsgrenze Krankenversicherung: jährlich 54.450,00 Euro, monatlich: 4.537,50 Euro
Beitragsbemessungsgrenze Renten- und Arbeitslosenversicherung: alte Bundesländer monatlich 6.700,00 Euro, jährlich 80.400,00 Euro; neue Bundesländer monatlich 6.150,00 Euro, jährlich 73.800,00 Euro
Geringfügig Beschäftigte bundeseinheitlich: 450,00 Euro pro Monat
Geringverdienergrenze bundeseinheitlich: 325,00 Euro pro Monat
Midijob: 450,01 Euro bis 1.300,00 Euro, die Anhebung gilt aber erst ab Juli 2019
Brückenteil­zeit dürfte viele Be­trie­be 2019 neu belasten
Neu ist 2019 das Recht für Arbeitnehmer, ihre Arbeitszeit für eine bestimmte Dauer zu verkürzen. Sie bekommen also ein Rückkehrrecht zu ihrer vorherigen Vollzeitstelle. Die so genannte Brückenteilzeit im Teilzeit- und Befristungsgesetz greift für Arbeitnehmer, die ab dem 1. Januar 2019 einen Arbeitsvertrag in Teilzeit abschließen – allerdings nur, falls der Betrieb mehr als 45 Mitarbeiter beschäftigt. Im Zweifel sollten Unternehmer ihren Steuerberater fragen, wie genau sich die Mitarbeiterzahl im Sinn des Gesetzes errechnet, etwa bei vielen Praktikanten, Teilzeitarbeitern oder Minijobbern.
An Mindestlohn denken – 2019 ist auch da man­ches neu
Der gesetzliche Mindestlohn steigt auf 9,19 Euro pro Stunde und schon 2020 auf 9,35 Euro. Außerdem treten 2019 neue Branchenmindestlöhne etwa für Maler, Gebäudereiniger, Dachdecker und im Baugewerbe in Kraft. Nicht neu, aber womöglich zum Jahresende ein wenig untergegangen ist vielleicht manche Neuigkeit aus dem Vorjahr. Mit der ein oder anderen sollten sich Unternehmer nun ruhig 2019 nochmal neu befassen, Und das möglichst schnell. Die elektronische Auftragsvergabe öffentlicher Einrichtungen läuft nun nur noch elektronisch. Und auch der Antrag für die A1-Bescheinigung für einen Auslandseinsatz, die schon im vergangenen Jahr elektronisch möglich war, muss seit 1. Januar 2019 verpflichtend auf elektronischem Wege erfolgen.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Lexikon für das Lohn­büro aktualisiert

Was für den Germanisten der Duden, ist für die Mitarbeiter, die die Lohnabrechnung erledigen, das Lexikon für das Lohnbüro. Als Standardwerk darf es in keinem Unternehmen fehlen.
Schon seit Jahren vertrauen Fachverantwortliche auf das umfassende Nachschlagewerk. Auch in diesem Jahr ab Januar 2019 gibt es eine neue, aktualisierte Fassung inklusive praktischer Checklisten zum Jahreswechsel (DATEV LODAS/DATEV Lohn und Gehalt).
Dieses umfassende Lexikon enthält zweifelsfreie Antworten zu mehr als 1.000 Stichwörtern aus den Themengebieten Arbeitslohn, Lohnsteuer und Sozialversicherung. Daher nutzen auch Lohnsteuer-Außenprüfer dieses Werk seit Langem als Grundlage für Entscheidungen und Berichte.
In der DATEV-Printausgabe Lexikon für das Lohnbüro 2019 ist der Online-Aktualisierungsservice von Hüthig, Jehle, Rehm nicht enthalten. Dafür bietet DATEV die themenbezogene Aktualisierung des Lexikons innerhalb des Elektronischen Wissens Lohn und Personal im Rechenzentrum an.
Einfach als Abonnement bestellen
Sparen Sie sich künftig Einzelbestellungen und nutzen Sie das praktische Titel-Abonnement als Printausgabe oder das Abo als E-Book. Dann erhalten Sie die jeweiligen Ausgaben immer automatisch nach Erscheinen, ohne dass Sie etwas tun müssen!
Die nächste Auslieferung für das Titel-Abo (Ausgabe 2020) erfolgt im Januar 2020. Eine neue Aboanlage wird erst bei der Auslieferung der nächsten Ausgabe für 2020 berücksichtigt.
Für Detailfragen auch zu den Einsatzmöglichkeiten der DATEV-Lösungen ist immer der Steuerberater der richtige Ansprechpartner.

Fachbuch „Lexikon für das Lohnbüro“
Umfang: ca. 1.275 Seiten
Erscheinungstermin: Januar 2019
Print Art.-Nr. 36294
E-Book Art.-Nr. 19950

Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Oh du fröh­liche Selbst­mo­tivation

Das Unternehmertum macht Spaß, die Selbstmotivation ist hoch. Aber zum Jahresende sind auch die meisten Selbständigen doch ganz froh, endlich mal nicht für Kunden oder Mitarbeiter funktionieren zu müssen. Viele freuen sich seit Wochen darauf, nach einem turbulenten Jahr etwas Muße zu haben. Die gute Nachricht: Wer nicht gerade Notdienste übernehmen oder seinen Betrieb – etwa in Gastronomie und Handel – zwischen den Jahren offen halten muss, kann jetzt zur Ruhe kommen. Mal wieder spazieren gehen oder Fotos anschauen? Zeit mit Familie und Freunden verbringen? All die Dinge, für die im Alltag kaum genug Zeit bleibt. Wer kann, sollte sich zwischen den Jahren etwas gönnen. Und damit auch wieder eine gute Basis für die künftige Selbstmotivation legen.
Selbst­mo­ti­va­tion muss re­gel­mä­ßig auf­ge­frischt wer­den
Unternehmer besitzen natürlich Selbstmotivation. Immerhin haben sie sich selbst ausgesucht, welchen Betrieb sie führen, und genießen da ihre Gestaltungsmöglichkeiten. Sie sind der Chef. Aber ganz so einfach ist es doch nicht. So viel Freude sie an der Arbeit haben – die tägliche Belastung zerrt schon an den Nerven, lässt die Kraftreserven schwinden. Oft sind auch die Feiertage selbst wie etwa Weihnachten noch Stress – hier die Eltern besuchen, dort die Schwiegereltern, dann noch Abstecher zu anderen Verwandten und Freunden. Und – falls sie schon ausgezogen sind – die eigenen Kinder nicht vergessen. Deshalb kehrt bei vielen Unternehmern vermutlich erst jetzt, nach den Feiertagen, wirklich Ruhe ein. Nun besteht die Kunst darin, im richtigen Moment wieder runterzukommen und die freien Tage zu genießen. Genau diese Phasen geben wertvolle Impulse für eine weitere gesunde Selbstmotivation. Wer Hund oder Katze zuhause hat – schmusen oder spielen ist immer gut. Spazierengehen natürlich auch. Einfach mal das Nichtstun genießen, die Gedanken schweifen und die Seele baumeln lassen.
Zwi­schen gu­ter und schlech­ter Selbst­mo­ti­vation un­ter­scheiden
Nach ein paar Tagen denkt man dann vermutlich automatisch über Selbstmotivation nach. Nicht nur, dass es einen großen Unterschied macht, wie zufrieden Unternehmer grundsätzlich mit dem sind, was sie tun und andererseits dem, wie die Arbeit daran ihnen dann im Detail gelingt. So verschieden wie die Menschen sind, so unterschiedlich ist auch ihr Weg zur Selbstmotivation. Eins ist aber klar: Es gibt konstruktive Arten der Selbstmotivation – und solche, die langfristig eher Nerven, Gesundheit oder Lust kosten und damit auf Dauer auch die Selbstmotivation selbst gefährden. Konstruktive Selbstmotivation erkennen Unternehmer vereinfacht gesagt daran, dass sie eher auf Freude als auf Angst basiert sowie Kraft für andere Dinge lässt, als nur Arbeit und Funktionieren. Wirtschaftlicher Druck reicht zur Selbstmotivation perspektivisch ebenso wenig wie die ständige Karotte Erfolg vor der Nase. Zwischen den Jahren ist eine gute Zeit, die für sich persönlich richtige Art der konstruktiven Selbstmotivation zu erkennen.
Nach den Quelle für eine ge­sunde Selbst­mo­tivation suchen
Wer in Sachen Selbstmotivation nachhaltig mit sich umgehen will, muss ehrlich zu sich selbst sein, damit die Selbstmotivation hält. Es gilt einige Erkenntnisse über sich selbst und sein Leben zu gewinnen – die wiederum neuen Schwung geben oder eine andere Richtung anzeigen können. Inspirierende Fragen hierfür stellt Jochen Mai. Vielleicht führen schon die zu motivierenden Vorsätzen für mehr Selbstmotivation im nächsten Jahr, etwa für die Arbeitsorganisation. Vielleicht bekommen Unternehmer beim Lesen auch Lust, sich mehr Zeit für diese Fragen zu nehmen. Dann können sie jetzt nach einem Coach suchen – auch das trägt oft zur Selbstmotivation bei.
Bei Fach­messen lässt sich viel Selbst­mo­tivation tanken
Vielleicht ist auch grundsätzlich alles im Lot – und es geht eher darum, einfach mal wieder frischen Wind um die Nase zu bekommen. Mal wieder die Fühler in Richtung Branche auszustrecken, etwa auf einer Messe – ohne dabei direkt einen geschäftlichen Zweck zu verfolgen. Das stärkt oft ungeahnt die Selbstmotivation. Vor allem, wenn das Unternehmen so groß ist, dass der Chef auf Messen nur noch zweckgerichtet unterwegs und entsprechend eingespannt ist. Dann sollte es im nächsten Jahr vielleicht mal wieder etwas anders sein. Wie wäre es bei Messen und Ausstellungen etwa mal mit etwas Übergreifendem? Bald geht die Saison wieder los. Einen Überblick können Unternehmer sich hier verschaffen.
Auch Ta­gun­gen und Bar­camps die­nen der Selbst­mo­tivation
Vielleicht dient auch eine interessante Tagung der Selbstmotivation. Zwischen den Jahren können Unternehmer schon mal durch die Tagungskalender ihrer Branche, ihres Berufsstandes oder ihrer Region surfen. Interessant sind auch so genannte Barcamps, die es mittlerweile bundesweit zu den verschiedensten Themen gibt. Anders als sonst bei Kongressen üblich, ist hier explizit erwünscht, dass die Teilnehmer selbst auch Veranstalter sind und zu ihren Themen referieren. Das kann der Selbstmotivation ja den Turboantrieb geben.
Selbst­mo­ti­vation brin­gen nur die rich­tigen gu­ten Vor­sätze
Auch gute Vorsätze können zur Selbstmotivation beitragen – wenn sie gut gemacht sind. Das ist allerdings wichtig. Ob nun mehr Sport, bessere Ernährung, mehr Zeit für Familie oder Freunde – gute Vorsätze bringen nur soviel zur Selbstmotivation, wie sie konkret sind. Wer sich allgemein etwas vornimmt, hat am Ende schlimmstenfalls eine teure Mitgliedschaft mehr abgeschlossen, die er dann auch wieder nicht nutzt – und der Selbstmotivation mehr geschadet, als geholfen. Grund ist dann nicht der innere Schweinehund, sondern der falsche Vorsatz. Was auch immer Unternehmer sich vornehmen wollen: Der Vorsatz sollte konkret sein und erreichbar – und vor allem sollte der damit verbundene Plan Lust auf die Umsetzung machen.
Viel Freude und Erfolg dabei wünschen wir Ihnen bei allem, was Sie sich vornehmen. Und ein gutes neues Jahr 2019.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Denken Sie auch un­ter dem Christ­baum an die Spen­den­quittung

Fast Wochenende. Was steht jetzt noch bis Heiligabend auf dem Programm? Wer nicht in Handel, Gastronomie oder Notdienst arbeiten muss, wird vermutlich Samstag die letzten Weihnachtseinkäufe machen, Sonntag den vierten Advent genießen, Montag den Kühlschrank für die abendliche Bescherung sowie die Feiertage füllen. Dann folgt die besinnliche Zeit im Kreise der Familienangehörigen oder Freunde. Vielleicht gemeinsam in die Kirche gehen oder einen Winterspaziergang machen, später die Kerzen am Baum anzünden. Sich von der Weihnachtsatmosphäre erfassen lassen, möglicherweise ein wenig sentimental werden. Und aus Anlass des Weihnachtsfests dann noch ein paar Spenden für soziale oder gemeinnützige Zwecke überweisen. Wer möchte in dieser Stimmung schon an eine Spendenquittung denken?
Die Seriosität von Spen­den­samm­lern be­wer­tet das DZI
Klingt hart, ist aber der Realität geschuldet: Jeder, der zu Weihnachten etwas Gutes tun will, sollte an die Spendenquittung denken – oder zumindest die Webseite des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das DZI fungiert als Spenden-TÜV. Auf seiner Internetseite finden Spenden-Willige eine Datenbank. Dort lassen sich nach Arbeitsbereich und Region geordnet Organisationen recherchieren, bei denen Spenden höchstwahrscheinlich gut aufgehoben sind. Viele haben das Spenden-Siegel des DZI, sich also einer strengen Prüfung nach wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Kriterien unterworfen. Der Hinweis darauf, dass Spender sich vor einer Geldüberweisung informieren sollten, ob die Spenden sammelnde Organisation seriös und gemeinnützig ist, klingt überflüssig. Ist er aber nicht. Gerade um Weihnachten spielen Betrüger mit den Emotionen vieler Menschen und zocken sie ab. Anfang 2018 etwa waren anlässlich des Drei-Königs-Tages in Bayern falsche Sternsinger unterwegs. Und es gibt zahlreiche Fälle, in denen Spender einem Geschäftemacher auf den Leim gehen, der ihre Gutgläubigkeit ausnutzt.

Manchmal reicht als Spen­den­quit­tung der Bu­chungs­beleg
Mit Aufmerksamkeit und Vorbereitung entkommt man solchen Abzockern. „Finanztip“ gibt einen guten Überblick, wie sich eine seriöse Organisation erkennen lässt. Und das DZI liefert umfangreiche Spenden-Tipps, auch zur Frage der Spendenquittung. „Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts in Verbindung mit einem von der Empfängerorganisation hergestellten Beleg mit Angaben über den steuerbegünstigten Zweck, die Freistellung von der Körperschaftsteuer und darüber, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt. Diesen Nachweis drucken die Spendenorganisationen häufig in Verbindung mit dem Überweisungsformular ab.“ Wichtig zur Gemeinnützigkeit. „Die finanzamtlich bescheinigte Gemeinnützigkeit sollte nicht als Nachweis einer umfassend geprüften und bestätigten Seriosität der betreffenden Organisation als Ganzes missverstanden werden. Für viele Spenderinnen und Spender wichtige Aspekte wie zum Beispiel wirksame Aufsichts- und Kontrollmechanismen sowie Wahrheit, Eindeutigkeit und Sachlichkeit der Werbe- und Informationsmaterialien sind nämlich nicht Gegenstand der finanzamtlichen Prüfung.“
Stets aus Prin­zip um ei­ne Spen­den­quit­tung bitten
Was also sollte jemand tun, der spenden will? Erstens sich informieren, ob die Organisation, die er bedenken will, so seriös ist, wie sie sich darstellt. Gerade in der Frage nach dem Umfang der gemeinnützigen Tätigkeit lohnt ein Blick in die DZI-Datenbank. Zweitens eine Spendenquittung verlangen. Selbst wenn man das Geld gar nicht von der Steuer absetzen will, geht es hier ums Prinzip: Wer eine Spendenquittung verlangt, signalisiert dem Empfänger, dass er einen guten Zweck unterstützen und nichts verschenken will. Und: Wer eine Spendenquittung hat, kann noch später überlegen, ob er den Betrag später in der Einkommensteuererklärung geltend machen will, was ja an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist.
Hinter man­chen Spen­den­auf­ru­fen stecken Phishing-Attacken
Soviel zum Thema Spenden, Steuern, Seriosität. Denken Sie daran, wenn Sie unter dem Weihnachtsbaum in gelöster Stimmung sind und all jene Überweisungsformulare durchblättern, die im Dezember per Post in Ihrem Briefkasten gelandet oder aus Zeitschriften gepurzelt sind. Und seien Sie besonders vorsichtig bei Spendenaufrufen via E-Mail, hinter denen sich oft Phishing-Attacken verbergen. Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie guten Gewissens spenden. Frohe Weihnacht. Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Wissen Sie, ob das Ver­pa­ckungs­ge­setz Sie betrifft?

Mit zahlreichen Neuerungen hat der Gesetzgeber in den vergangenen Monaten die Firmenchefs auf Trab gehalten. Manche der Vorgaben sind für alle verbindlich, so die am 25. Mai in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Andere treffen nur einige Unternehmen. Das seit Anfang Dezember geltende Verbot von Geoblocking für Kunden im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) etwa ist nur etwas für Betreiber von Onlineshops. Gleiches gilt für das Moss-Verfahren zur vereinfachten Abführung der Umsatzsteuer bei grenzüberschreitenden Geschäften in der EU, das Anfang Januar startet. Geschäftspartner der öffentlichen Hand wiederum erhalten Aufträge spätestens seit Oktober nur noch über ein elektronisches Vergabeverfahren. Ausschreibungen auf Papier sind in dem Wirtschaftsbereich seither Geschichte. Und jeder, der verpackte Produkte in Umlauf bringt oder Service- beziehungsweise Transportverpackungen zur Auslieferung nutzt, muss das ab 2019 geltende neue Verpackungsgesetz beachten, das die alte Verpackungsverordnung ablöst. Es soll die Recyclingquoten bei den diversen Verpackungsmaterialien deutlich erhöhen.
Das Verpackungs­ge­setz er­fasst al­le Ar­ten von Verpackung
Wer vom Verpackungsgesetz – offiziell „Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die hochwertige Verwertung von Verpackungen“ (VerpackG) – betroffen ist und was das für seinen Betrieb bedeutet, war hier schon ausführlich zu lesen. So mancher Unternehmer scheint das aber noch nicht richtig verstanden zu haben, offenbar ist weitere Aufklärung nötig. Wie viele Firmen das Verpackungsgesetz erfasst, zeigt der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) in einer eindrucksvollen Aufzählung anhand von Praxisbeispielen. Denn Unternehmer können an verschiedenen Stellen der Vertriebskette mit unterschiedlichen Arten von Verpackungen in Kontakt kommen. Sie sollten daher dringend mit einem Experten klären, ob sie die in ihrem Betrieb genutzten Produkt-, Transport- und Serviceverpackungen selbst beim dualen System anmelden beziehungsweise bei der Zentralen Stelle Verpackungsregister registrieren lassen müssen – oder ob für sie Ausnahmeregelungen gelten.

Verstoß gegen Ver­packungs­ge­setz pro­vo­ziert Ver­triebs­verbot
Die Probleme beim Verpackungsgesetz: Erstens ist vielen nicht klar, dass es sie betrifft. Bei der DSGVO hat zwar mancher über den Aufwand geschimpft, aber zumindest stand fest, dass Datenschutz alle angeht. Zweitens drohen beim Verpackungsgesetz bei Nichtbeachtung rasch Sanktionen. Denn die DSGVO fordert umfassenden Datenschutz. Aber kleine Betriebe dürften so bald nicht von Prüfern des Landesamts für Datenschutz inspiziert werden. Ärger droht erst nach einer Datenpanne. Verstöße gegen das Verpackungsgesetz dagegen fliegen schnell auf. Wer vom VerpackG betroffen ist, muss sich registrieren lassen. Konkurrenten können das Register einsehen und jeden anschwärzen, der nicht registrierte Verpackungen in Umlauf bringt. Dann wird es teuer: „Bei festgestellten Verstößen gegen die Meldepflichten sind Bußgelder zwischen 10.000 und 200.000 Euro bis hin zum Beschluss von Vertriebsverboten möglich.“ Vertriebsverbote sind existenzgefährdend. Daher sollte jeder Händler, Handwerker, Hersteller oder Gastronom mit dem Anwalt klären, ob ihn das VerpackG betrifft.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Produktboxen

Produktempfehlung von Datev
Das ist die Headline
Dies ist ein Typoblindtext. An ihm kann man sehen, ob alle Buchstaben da sind und wie sie aussehen. Manchmal benutzt man Worte wie Hamburgefonts, Rafgenduks.
Das ist eine Link
Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Mit dieser Software passt die Kassenführung

Sicher ist Ihnen bekannt, dass Sie alle baren Geschäftsvorgänge eines Unternehmens grundsätzlich über eine elektronische Kasse abwickeln und täglich in einem Kassenbuch aufzeichnen müssen. Der Gesetzgeber hat hier in mehreren Schritten die Anforderungen an die Kassenführung verschärft. Nun gibt es eine Lösung dafür: DATEV Kassenarchiv online. Die Software archiviert Kassendaten zuverlässig, GobD-konform in der sicheren DATEV-Cloud.
Dieses Video zeigt kurz und verständlich die Features von DATEV Kassenarchiv online. Damit geht die Einrichtung ganz einfach.

So funktioniert das DATEV Kassenarchiv online – das Video erklärt die wichtigsten Punkte.

Mehr zum Thema
Das DATEV Kassenarchiv online ermöglicht die GoBD-konforme Archivierung der Kassendaten und die zuverlässige Langzeitarchivierung.

Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

So spa­ren Sie mit Son­der­aus­gaben noch Steuern

Unternehmer können Betriebsausgaben steuerlich geltend machen und so ihren Gewinn mindern. Außerdem können sie dann in der Einkommensteuererklärung zusätzlich einen Teil ihrer privaten Ausgaben einkommensmindernd ansetzen – wie jeder andere Steuerpflichtige auch. Als private steuerlich abzugsfähige Ausgaben sind dabei – zusätzlich zu den Sonderausgaben wie etwa Beiträge zur Sozialversicherung oder Ausgaben für die Altersvorsorge – laut Einkommensteuergesetz unter anderem außergewöhnliche Belastungen und Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen steuerlich berücksichtigungsfähig. In diesem Sinne zumindest teilweise steuerbegünstigt ist, was Steuerpflichtige rund um Haus, Garten, Kinder oder Tiere privat ausgeben. Zum Jahresende lassen sich auch noch Steuern mit einem neuen Brillengestell oder einer Zahnbehandlung sparen – wie auch Sonderausgaben privat, aber eine außergewöhnliche Belastung.
Son­der­aus­gaben gel­ten nur im Jahr der Zah­lung
Sparen kann mit Sonderausgaben, wer ein steuerpflichtiges Einkommen oberhalb des Grundfreibetrags von derzeit 9.000 Euro hat. Bei gemeinsam veranlagten Eheleuten sind es 18.000 Euro. Wer weniger verdient, kann den Fiskus nicht an den Kosten beteiligen – anders als beispielsweise betriebliche Verluste sind Sonderausgaben nicht auf andere Steuerjahre übertragbar. Auch wer insgesamt nicht mehr als 36 Euro beziehungsweise bei gemeinsamer Veranlagung 72 Euro ausgegeben hat, kann sich die Mühe mit der Erklärung der Sonderausgaben sparen. Denn in dieser Höhe ist bereits ein Pauschbetrag in der Steuererklärung eingepreist. Für alle, die höhere Ausgaben für Versicherungen und Co. haben, lohnt es sich, über das Thema Sonderausgaben nachzudenken.
Ver­sicherungs­schutz durch Son­der­aus­ga­ben­ab­zug auf­werten
So können Steuerpflichtige ihre Beiträge zur Basiskrankenversicherung in voller Höhe als Sonderausgaben von der Steuer absetzen. Wer seinen Versicherungsschutz unter Beteiligung des Fiskus verbessern will, sollte dies aber detailliert mit dem Steuerberater besprechen – damit die Ausgabe steuerlich nicht ins Leere läuft. Eine zusätzliche Krankengeldpolice etwa zählt nicht zum Basisschutz. Mehrkosten hierfür bleiben steuerlich außen vor.
Für gesetzlich Krankenversicherte mit Anspruch auf Krankengeld gilt: Abziehbar ist der aufgewendete Betrag minus pauschal vier Prozent. Interessant könnte es unter steuerlichem Aspekt sein, die Basisbeiträge zur privaten oder freiwilligen gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung im Voraus zu zahlen. Das Finanzamt erkennt im Zahlungsjahr dann Sonderausgaben bis zum 2,5-fachen des Jahresbeitrags an. Auf diese Weise ließe sich in den Folgejahren der Höchstbetrag von 1.900 Euro beziehungsweise 2.800 Euro für andere Versicherungen nutzen – bei Verheirateten sind es die doppelten Beträge. Aber auch hier gilt: Das sollte mit dem Steuerberater besprochen werden.
Kosten der Kin­der bei Son­der­aus­gaben ansetzen
Weitere Versicherungen gelten als Sonderausgaben bis zur jährlichen Höchstgrenze von 2.800 Euro – für angestellte Familienmitglieder liegt der jährliche Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen bei 1.900 Euro. Falls diese Summe nicht bereits ausgeschöpft ist, können Unternehmer etwa zusätzlich noch Beiträge für Erwerbs- und Berufsunfähigkeits- oder Unfallversicherungspolicen ansetzen. Auch die private Haftpflicht- oder Lebensversicherung und Beiträge zur freiwilligen Arbeitslosenversicherung addieren sich als Sonderausgaben zu dieser Höchstgrenze.
Wer dann noch Luft bis zum Höchstbetrag haben sollte: Auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung für Kinder mit Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag lassen sich als Sonderausgaben ansetzen – unabhängig davon, wer Versicherungsnehmer ist. Dann kann das Kind die Beträge allerdings natürlich nicht selbst steuerlich geltend machen. Der Steuerberater hilft auch bei Sonderausgaben bei der Entscheidung, was noch sinnvoll ist – etwa Beiträge für die private Krankenversicherung eines unterhaltsberechtigten Ehe- oder Lebenspartners anzusetzen. Grundsätzlich nicht als Sonderausgaben gelten private Sachversicherungen, wie etwa die private Rechtsschutz-, Kfz-, Kasko-, Hausrat-, Gebäude- oder Reiserücktrittsversicherung. Steuerlich gesehen sind sie für Angestellte wie Selbständige reine Privatsache.
Al­ters­vor­sor­ge als Son­der­aus­ga­ben sieht der Fis­kus groß­zügiger
Großzügiger sind die Höchstbeträge bei Sonderausgaben für die Altersvorsorge. Wer sie nicht ausgeschöpft hat, kann Steuern mit zusätzlich gezahlten Beiträgen sparen. Aufwendungen zur so genannten Basisversorgung bei der Altersvorsorge können auch Unternehmer bis zum Höchstbetrag von 23.712 Euro als Sonderausgaben ansetzen. Für Eheleute gilt das Doppelte. Zur Basisversorgung zählen steuerlich als Sonderausgaben die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, berufsständischen Versorgungswerken, landwirtschaftlichen Alterskassen sowie Rürup– und Riester-Rentenversicherungsverträgen – die ja auch Selbständigen offen stehen.
Für 2018 erkennt das Finanzamt 86 Prozent der Ausgaben einkommensmindernd an. Der Prozentsatz steigt jedes Jahr um weitere zwei Prozent. Von 2025 an ist der volle Abzug möglich. Rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer sowie freiwillig gesetzlich versicherte Selbständige und Beamte können für Riester-Sparverträge einen Abzug von Sonderausgaben in Höhe von zusätzlich maximal 2.100 Euro ihrer eingezahlten Beiträge geltend machen. Nicht als Sonderausgaben ansetzbar sind Investitionen in Aktien, selbst bewohnte Immobilien oder sonstige Kapitalanlagen – auch wenn diese der Absicherung im Alter dienen sollen.
Ren­ten­ver­sicherung ist für Son­der­aus­gaben in­teressant
Für Unternehmer, die ihre Vorsorgebeträge noch nicht ausgeschöpft haben, kann es sich lohnen, freiwillige Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung zu zahlen. Sie können so Rentenansprüche erwerben, sichern oder erhöhen. Diese Beträge sind Sonderausgaben. Wer damit rechnet, dass er für zusätzlich aufgewendete Altersvorsorgebeträge bereits vorausgezahlte Steuern zurückerhält – womöglich gar später mal zuzüglich Zinsen – kann der als unattraktiv geltenden Rendite der staatlichen Rente vielleicht etwas abgewinnen. Einen Schönheitsfehler hat diese Steuersparstrategie allerdings: Sie steht nur Unternehmern oder deren Partnern offen, die im betreffenden Jahr nicht sowieso gesetzlich pflichtversichert sind. Manches berufsständische Versorgungswerk bietet seinen Mitgliedern auch an, freiwillige Beiträge zusätzlich einzuzahlen. Wer mit Blick auf Zusatzbeiträge die Qual der Wahl hat, sollte diese Frage bei seinem Steuerberater ansprechen.
Wohl­tätige Spen­de zäh­len zu den Son­der­ausgaben
Wer privat Geld spendet, kann dies ebenfalls als Sonderausgaben geltend machen. Gute Zwecke gibt es genug und mit Blick auf Sonderausgaben auch nicht so viel zu beachten, wie bei der wohltätigen unternehmerischen Tätigkeit, etwa per Sponsoring oder der Organisation von Ehrenamtstagen. Es bleibt also nur die Überlegung, wofür man Geld spenden möchten – und der Hinweis, dass bei Spenden über 200 Euro eine Spendenquittung erforderlich ist. Für Beträge darunter reicht der Kontoauszug. Wer sichergehen will, dass das Geld steuerlich und ethisch sinnvoll angelegt ist, kann nach der Vorauswahl einen Blick in die Liste des quasi als Spenden-TÜV fungierenden Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI) tun.
Auch Kin­der­be­treu­ung ver­ur­sacht Son­der­ausgaben
Umgangssprachlich wird darüber hinaus oft als Sonderausgaben bezeichnet, was Haus und Garten schöner macht. Steuersystematisch sind dies „sonstige vom Einkommen abzuziehende Beträge“ oder „Steuerermäßigungen“, die direkt von der Steuerlast abgezogen werden können. Zu den echten Sonderausgaben nach § 10 Abs. 1 Nr. 5 EStG zählt seit einigen Jahren auch die Kinderbetreuung – bis zu maximal 4.000 Euro können Unternehmer zwei Drittel der Aufwendungen dafür als Sonderausgaben geltend machen. Der Steuerberater hilft bei der Aufteilung, falls die Eltern getrennt sind und das Kind nicht im Haushalt des Selbständigen lebt. Einkommensmindernd wirken sich Kosten aus für
die Unterbringung in Kindergarten oder Kindertagesstätte, Kinderhort sowie Kinderkrippen oder bei Tagesmüttern;
die Beschäftigung von Kinderpflegerinnen, Erzieherinnen und Kinderschwestern;
die Beschäftigung von Hilfen im Haushalt, soweit sie Kinder betreuen;
die Beaufsichtigung des Kindes bei den häuslichen Schulaufgaben.
Nicht steuerlich ansetzen können Unternehmer ihre Aufwendungen für Musikunterricht, Sportverein oder andere Freizeitbetätigungen und die Verpflegung des Kindes. Kosten für Nachhilfeunterricht sind ebenfalls keine Sonderausgabe. Nur ausnahmsweise sind die Kosten für Nachhilfe abziehbar, wenn die Nachhilfe wegen Nachholbedarfs nach einem beruflich bedingten Umzug nötig wird oder weil das Kind eine Lernstörung hat, wie etwa Legasthenie.
Im Haus­halt kön­nen eben­falls Son­der­aus­gaben ent­stehen
Auch Kosten zur Betreuung von Haustieren lassen sich bei der Steuer ansetzen – allerdings nur wie die Kosten für Putzhilfe oder auch Gärtner in Form von haushaltsnahen Dienstleistungen, also ausschließlich in den eigenen vier Wänden. Achtung: Das Geld für solche haushaltsnahen Dienstleistungen müssen Unternehmer wie alle anderen Steuerpflichtigen auch dafür überweisen und den Überweisungsbeleg an die Rechnung heften – sonst ist der Steuerabzug futsch. Das gleiche gilt für Handwerkerrechnungen, die auch für die Privatwohnung des Unternehmers als Steuerermäßigungen statt als Sonderausgaben – in dem Fall als Handwerkerleistungen – ansetzbar sind.
Wer regelmäßig Arbeiten im Haushalt zu erledigen hat, vom Putzen bis zur Altenpflege, kann hierfür auch privat zum Arbeitgeber werden: im Rahmen eines Minijobs. Anders als bei den betrieblichen Minijobbern gibt es hierfür bei der Minijobzentrale das Haushaltsscheckverfahren. Die Aufwendungen für Haushaltsdienstleistungen in Form von Minijobs können mit 20 Prozent der Aufwendungen, maximal 510 Euro unmittelbar von der Einkommensteuerschuld gekürzt werden; andere Haushaltsdienstleistungen, also etwa sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, bis maximal 4.000 Euro.
Gesundheitskosten gelten nicht als Sonderausgaben
Aufwendungen für Brille, Zahnersatz und andere Gesundheitskosten können zwar als Leistung für die Mitarbeiter eine Betriebsausgabe sein. Als Investition in die eigene Gesundheit sind sie aber nicht als Sonderausgabe ansetzbar, sondern nur als außergewöhnliche Belastung – also nur, sofern die Belastungsgrenze überschritten wird. Die ist dank einer vom Bundesfinanzhof (BFH) vorgeschriebenen neuen Berechnungsmethode aber nun schneller erreicht als früher. Bis 15.340 Euro sind je nach Familienstand und Kinderzahl zwischen einem und fünf Prozent des zu versteuernden Einkommens als außergewöhnliche Belastung zumutbar. Bis 51.130 Euro gilt zwischen einem und sechs Prozent als zumutbar, ab 51.130 Euro zwischen zwei und sieben Prozent.
Bei den Einkünften wird die zumutbare außergewöhnliche Eigenbelastung in jeder Einkommensstufe ermittelt und dann zum Gesamtbetrag der zumutbaren Belastung addiert. Sind in einem Jahr bereits größere Ausgaben aufgelaufen oder fällt das Einkommen vielleicht besonders niedrig aus, könnte es sich lohnen, noch ein paar anstehende Anschaffungen oder Arzttermine vorzuziehen – umso mehr wirken die Kosten sich dann steuerlich aus. So kann etwa das schnell noch im Dezember gekaufte Brillengestell oder die kurzfristig eingeschobene Zahnreinigung einen Steuervorteil bringen. Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Gehört auch Ihr Un­ter­neh­men ins Trans­pa­renzregister?

Mit Blick auf das Transparenzregister bleibt Unternehmern die Wahl zwischen Pest und Cholera. So zumindest lesen sich die Einschätzungen einer Studie zu den damit verbundenen Publizitätspflichten. Die von der Stiftung Familienunternehmen beauftragten Experten beschreiben ein Dilemma, aus dem es kaum einen Ausweg zu geben scheint. Erfüllen Unternehmer ihre Pflichten mit Blick auf das Transparenzregister, verstoßen sie gegen Datenschutzrecht – und umgekehrt. Beide Vergehen könnten hohe Bußgelder nach sich ziehen. Spätestens 2020, wenn das Transparenzregister öffentlich werden soll, dürfte hier enormes Konfliktpotenzial liegen. Aussitzen können Unternehmer das Problem jedoch nicht. Denn die Anforderungen zum Transparenzregister sowie zum Geldwäschegesetz (GwG), auf dem das Transparenzregister rechtlich basiert, gelten. Und bei Nichtbeachtung drohen empfindliche Strafen. Daher ist rasch mit Steuerberater und Anwalt zu prüfen, wie die Pflichten beim Transparenzregister sich erfüllen lassen.
Das Geldwäschegesetz – Grundlage für das Transparenzregister
Darum sorgt das Transparenzregister jetzt für Ärger
Pflicht ist Pflicht – auch beim Transparenzregister
Meldepflicht gilt auch ohne Transparenzregister
Diese Unternehmer müssen ans Transparenzregister melden
Das gehört in die Meldung an das Transparenzregister
Wer muss, kann auch nachträglich ins Transparenzregister
Das Wettbewerbsregister – Transparenzregister der anderen Art

Das Geldwäschegesetz – Grundlage für das Transparenzregister
Grundlage für das umstrittene Transparenzregister ist das Geldwäschegesetz. Es soll neben der Geldwäsche insbesondere die Terrorismusfinanzierung erschweren. Für viele Unternehmer bringt es neue Pflichten mit sich, davon war hier bereits zu lesen. Und von den neuen Transparenzpflichten sind deutlich mehr Unternehmer betroffen als zunächst gedacht – auch und gerade mit Blick auf das nun strittige Transparenzregister. Außerdem sind die Bußgelder für Versäumnisse hoch. Bis 2017 drohte bei Verstößen gegen die Bestimmungen bei Geldwäsche ein Bußgeld von maximal 100.000 Euro. Jetzt liegt die Obergrenze bei einer Million Euro.
Da­rum sorgt das Trans­pa­renz­re­gi­ster jetzt für Ärger
Das Transparenzregister soll Strafverfolgungsbehörden und weitere Berechtigte über Beteiligungen an Unternehmen, Vereinigungen und firmenähnlichen Konstruktionen informieren – so der Grundgedanke der mit dem Register beabsichtigten Transparenz. Die soll neben Unternehmen sowie deren wirtschaftlich Verantwortliche etwa auch Stiftungen oder Fördervereine erfassen. Das Problem: Ab 2020 soll diese Datenbank öffentlich werden. So sieht es die fünfte EU-Geldwäscherichtlinie vor. Einblick in das eigens zur Bekämpfung der Geldwäsche angelegte Transparenzregister bekämen dann nicht nur – wie bisher – Steuerfahnder, Strafverfolgungsbehörden und Personen mit einem „berechtigten Interesse“. Jeder hätte Zugriff auf die Daten. Der Verband der Familienunternehmer läuft deshalb Sturm gegen das Transparenzregister.
Un­ter­neh­men im Trans­pa­renz­re­gi­ster künf­tig Frei­wild?
Für die allgemeine Veröffentlichung sind die Informationen zu sensibel, warnen die von der Stiftung Familienunternehmen mit der Studie beauftragten Experten. Sie sehen darin einen schweren Verstoß gegen das Datenschutzrecht. Mit Blick auf europarechtliche Vorgaben müssten die Regeln für das Transparenzregister verändert werden, sind sie sicher. „Jeder kann dann die gespeicherten Daten nutzen, mit bereits bekannten Daten abgleichen und an sensible Informationen über Vermögen und Geschäftsmodelle kommen“, zitiert das „Handelsblatt“ den Staatsrechtler Gregor Kirchhof, der ansonsten erklärtermaßen gesetzliche Bestimmungen gegen Geldwäsche gutheißt. In einem Brief an die Bundesregierung ist gar die Rede davon, die Publizitätspflichten beim Transparenzregister machten die wirtschaftlichen Eigentümer eines Unternehmens zu „Freiwild“.
Pflicht ist Pflicht – auch beim Trans­pa­renz­register
Ob aus Angst vor übergroßer Transparenz oder aber, weil die Anforderungen so komplex sind: Viele Unternehmer kommen ihrer Pflicht beim Transparenzregister bislang nicht oder nur unzureichend nach. Auch nutzen es die Behörden offenbar kaum für ihre Arbeit. Selbst bei der datenschutzrechtlich unbedenklichen Meldung von Verdachtsfällen an die eigens dafür mit dem Geldwäschegesetz neu eingerichtete Behörde läuft es offenbar nicht ganz rund. Zwar sind nach dem deutschen Geldwäschegesetz unter anderem Banken und Immobilienmakler dazu verpflichtet, Verdachtsfälle von Geldwäsche zu melden. Doch die wenigsten tun es. Nur drei Prozent aller angezeigten Verdachtsfälle stammen von ihnen. Zu dem Schluss kommt eine Studie des Bundeskriminalamts, die der Branche „mangelnde Sensibilität“ vorwirft. Aber Zögern und Zaudern ist angesichts der hohen Strafen sowohl bei den umstrittenen Publizitätspflichten wie auch bei der Meldepflicht nach GwG mittelfristig keine Option. Unternehmer sollten besser dringend mit Anwalt und Steuerberater besprechen, inwieweit sie betroffen sind und was sie dann tun müssen.
Melde­pflicht gilt auch ohne Trans­parenz­register
Mit dem Geldwäschegesetz (GwG) hat die Bundesregierung 2017 die vierte EU-Geldwäscherichtlinie in deutsches Recht umgesetzt, die fünfte soll 2020 in Kraft treten. Schon vor 2017 mussten Verkäufer von Waren wie Autos, Möbel, Schmuck und anderen höherpreisigen Gütern bei Barzahlungen ab 15.000 Euro die Identität des Kunden dokumentieren. Mit dem Geldwäschegesetz gilt das seit 2017 schon ab einer Gesamtsumme von 10.000 Euro. Und auch sonst haben sich einige Anforderungen verschärft. und werden sich auch noch weiter verschärfen, beispielsweise für Kunsthändler.
Keine Geschäftspartner ins Transparenzregister
Das Geldwäschegesetz verlangt unabhängig vom Transparenzregister die Identifizierung der an einem Geschäft beteiligten Personen und Institutionen, also auch möglicher Auftraggeber. Die in der Regel hierfür vorgelegten Ausweisdokumente – bei juristischen Personen auch Gründungs- oder ähnliche Dokumente – dokumentieren Unternehmer am besten per Kopie oder Scan. Und das möglichst umfassend. Dazu gehören
Name
Firmenname
Rechtsform
Adresse
Registernummer
die Namen von Geschäftsführern oder Vorständen bei OHG, KG, GmbH, AG, GmbH & Co. KG
Wohnanschrift, Geburtsdatum und -ort bei Inhabern von Personenunternehmen
Diese Aufzeichnungen müssen Unternehmer fünf Jahre lang aufbewahren. Im Rahmen des Geldwäschegesetzes ist das Pflicht – und Verstöße können teuer werden. Aber wie gesagt: Mit dem Transparenzregister hat das nichts zu tun.
Auch keine ver­däch­tigen Trans­ak­tio­nen ins Trans­pa­renzregister
Bekommen Händler es dann tatsächlich mal mit einer irgendwie verdächtigen Transaktion zu tun, müssen sie diese außerdem einer parallel mit dem Transparenzregister geschaffenen Behörde melden, der Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen (FIU). Sie hat nichts mit dem Transparenzregister zu tun. Experten mögen die FIU für zu klein und damit für die Geldwäschebekämpfung wirkungslos halten. Doch die Pflicht auch zu dieser Meldung besteht und Unternehmer müssen ihr folgen. Die Kriterien zur Meldung von Verdachtsfällen an die Behörde sind aber etwas schwammig. Neben der Bargeldsumme als Anlass für eine Meldung sind auch weiche Kriterien maßgeblich, etwa die Frage, ob der Käufer aus Sicht des Verkäufers als typischer Kunde anzusehen ist oder als eher ungewöhnlich, also verdächtig. Was damit gemeint sein könnte, sollten Unternehmer mit Steuerberater oder Anwalt diskutieren. Insbesondere müssen sie mit ihm klären, wie sie ihre Einschätzung treffen und vor allem rechtssicher dokumentieren sollten. Auch das hat noch nichts mit dem Transparenzregister zu tun, ist aber eine durchaus ernstzunehmende Pflicht.

Diese Un­ter­neh­mer müs­sen ans Trans­pa­renz­re­gister melden
Anders als bei den übrigen mit dem GwG verbundenen Pflichten gehören ins Transparenzregister im Zweifel alle Unternehmen und ihre wirtschaftlich Berechtigen. Die Transparenzregister-Pflicht betrifft viele Unternehmen. Die gesetzlichen Vertreter von Kapital- wie auch Personengesellschaften aller Rechtsformen. Verwalter von Trusts. Treuhänder von nichtrechtsfähigen Stiftungen. Auch Vertreter von Fördervereinen. Nicht betroffen sind die etwa im Handwerk weit verbreiteten Einzelunternehmer oder auch Gesellschaften bürgerlichen Rechts (GbR). Wer noch nicht registriert ist, obwohl er sein Geschäft weder in Form einer GbR noch als Einzelunternehmer betreibt, sollte mit dem Anwalt sprechen, welche Schritte jetzt nötig sind. Insbesondere bei nicht ganz eindeutigen Besitz- und Verantwortlichkeitskonstellationen. Maßgeblich sind die Mehrheitsverhältnisse. Aber hier gibt es ja durchaus nicht selten Grenz- oder Streitfälle.
Das ge­hört in die Mel­dung an das Trans­pa­renz­register
Ins Transparenzregister gehören dann nach § 19 Abs. 1 GwG die folgenden Daten:
Vor- und Familienname
Geburtsdatum
Wohnort
fiktive oder tatsächlich wirtschaftlich Berechtigte
Art und der Umfang ihres wirtschaftlichen Interesses
Abrufbar sind beim Transparenzregister dann:
Eintragungen im Transparenzregister zu den im GwG vorgeschriebenen Meldungen
Bekanntmachungen des Bestehens einer Beteiligung nach Aktiengesetz
Stimmrechtsmitteilungen nach Wertpapierhandelsgesetz
Listen der Gesellschafter von Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Unternehmergesellschaften sowie Gesellschafterverträge
Eintragungen im Handelsregister
Eintragungen im Partnerschaftsregister
Wer die für das Transparenzregister geforderten Daten elektronisch in anderen in § 22 Abs. 1 GwG aufgeführten Dokumenten und Eintragungen veröffentlicht hat, muss sie nicht zusätzlich ins Transparenzregister hineinschreiben. Aber er muss dies gegebenenfalls beim Transparenzregister mitteilen. Die Erfüllung der Transparenzpflicht ist also ziemlich umfassend.
Wer muss, kann auch nach­träg­lich ins Trans­pa­renz­register
Unternehmer sollten die Pflicht zum Eintrag ins Transparenzregister nicht auf die leichte Schulter nehmen. Der Verstoß ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen in Höhe von bis zu einer Million Euro geahndet werden kann – bei schwerwiegenden, wiederholten oder systematischen Verstößen und bei besonderen Verpflichteten aus der Finanzbranche sogar mit bis zu fünf Millionen Euro. Die gute Nachricht: Bußgelder werden in der Regel erst nach einer Aufforderung oder Ermahnung beziehungsweise Erinnerung verhängt – und nur, wenn sie dann noch notwendig sind. Unternehmen könnten die Meldung also nachträglich vornehmen. Pünktlichkeit und Gründlichkeit wären aber besser, denn das Transparenzregister bringt eine Art Onlinepranger mit sich. Die Aufsichtsbehörden können bestandskräftige Bußgeldentscheidungen für fünf Jahre auf ihrer Internetseite veröffentlichen – mitsamt den für den Verstoß verantwortlichen Personen.
Das Wett­be­werbs­regi­ster – Trans­pa­renz­register der anderen Art
Ebenfalls auf Transparenz zielt das neue elektronische Vergabeverfahren, über das hier bereits zu lesen war. Wer an öffentliche Aufträge gelangen will, muss das dafür vorgeschriebene Vergabeverfahren künftig online abwickeln. Bis zum Stichtag 18. Oktober 2018 mussten für Aufträge der öffentlichen Hand sowohl Auftraggeber wie Auftragnehmer auf die elektronische Vergabe umgestellt haben. Auch dies betrifft viele Unternehmen, und das teils durchaus überraschend. Mit dem elektronischen Vergabeverfahren verbunden ist ein Wettbewerbsregister. Dies soll zwar ebenfalls für Transparenz sorgen. Darüber hinaus allerdings unterscheidet es sich grundlegend vom Transparenzregister.
Das Wettbewerbsregister soll kenntlich machen „Unternehmen, die bestechen, Steuern hinterziehen, den gesetzlichen Mindestlohn unterlaufen oder Terrorismus finanzieren.“ Hier landen also nur solche Unternehmer, denen entsprechende Vergehen vorgeworfen werden – mit dem erklärten Ziel, dass sie nicht mehr von öffentlichen Aufträgen und damit Steuergeldern profitieren sollen. Betroffene würden vor dem Eintrag ins beim Bundeskartellamt geführte Wettbewerbsregister informiert. Geschieht dies, wäre das ein Alarmzeichen und sollte Grund für den sofortigen Anruf beim Anwalt sein. Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar

Die E-Rech­nung wird in Ita­lien ab 2019 zur Pflicht

Der Siegeszug der E-Rechnung geht weiter. Jetzt wird die elektronische Rechnung in Italien zur Pflicht – für alle inländischen Unternehmen sowie alle in Italien registrierten Zulieferer und Dienstleister, die Rechnungen an italienische Kunden versenden. Bereits seit 2015 konnten Unternehmen Rechnungen an öffentliche Auftraggeber nur noch elektronisch einreichen. Ab Januar 2019 wird das Prinzip fast flächendeckend auf die gesamte Wirtschaft ausgedehnt. Die E-Rechnung ist nicht nur im EU-weit vorgeschriebenen xml-Format auszufertigen. Unternehmen müssen sie auch verpflichtend über das zentrale Meldesystem übermitteln. Das wird viele deutsche Betriebe treffen – immerhin belegt Italien bei den Exportzielen Platz 6. In Italien gelten außerhalb der offiziellen Plattform verschickte Rechnungen künftig als nicht gestellt. Dies belastet bestenfalls die Liquidität, weil sich der Zahlungseingang verzögert – und könnte schlimmstenfalls Sanktionen gegen E-Rechnungs-Verweigerer nach sich ziehen.
Zen­tra­les Mel­de­sy­stem für E-Rech­nung ver­hin­dert Be­trug
Hintergrund ist die EU-Richtlinie 2014/55/EU. Sie soll die „Nutzung der elektronischen Rechnungsstellung bei öffentlichen Aufträgen durch die Gewährleistung der semantischen Interoperabilität und die Verbesserung der Rechtssicherheit“ fördern. Die festgelegten Fristen laufen – das Thema E-Rechnung wird also für jeden Unternehmer relevant, der öffentliche Auftraggeber in der EU beliefert. Mancherorts gelten die Anforderungen bereits – in Spanien, Ungarn sowie demnächst Italien. Auch hierzulande ist die E-Rechnung bald aktuell.
In Italien können Unternehmen die E-Rechnung bereits seit Jahresbeginn 2017 im so genannten „Clearance-Verfahren“ über die offizielle Plattform „Sistema di Interscambio“ (Sdl) an den Rechnungsempfänger schicken. Ziel solcher Meldesysteme ist, den Umsatzsteuerbetrug einzudämmen. Mit Übermittlung der E-Rechnung über das Portal erfährt der Fiskus von einzelnen Rechnungen und Umsätzen. Das gab es bislang nur in Südamerika. Jetzt setzt sich der Trend zur Real-time-Umsatzsteuer in Europa durch. In Italien wird sie für fast alle Unternehmen und Geschäfte verbindlich.
E-Rechnung wird für je­den Un­ter­neh­mer zum The­ma
Das Thema E-Rechnung ist also nicht zu unterschätzen, die Beschäftigung damit wird – zumindest bei Geschäften mit öffentlichen Auftraggebern – drängender. Aber das ist kein Hexenwerk. Klar: Eine elektronische Rechnung ist mehr als der bisher oft genutzte E-Mail-Versand einer PDF-Datei oder der Web-Download für den Kunden. In den EU-Staaten sind Rechnungen im Format der XRechnung Pflicht, also laut EU-Vorgaben im xml-Format. Viele Unternehmer müssen deshalb ihre Buchhaltungssoftware anpassen, um eine korrekte E-Rechnung ausfertigen und sie archivieren zu können. Künftig brauchen Rechnungen an die italienische Verwaltung auch eine elektronische Signatur. Was die Betroffenen nun erledigen und beachten müssen, sollten sie mit dem Steuerberater klären. Wer mit DATEV-Buchhaltungssoftware arbeitet, bewältigt die nötigen Umstellungen sicher leicht. Der Steuerberater prüft auch, ob jemand die für kleinere Betriebe von der italienischen Finanzverwaltung in Aussicht gestellte Möglichkeit nutzen könnte, die entsprechenden Rechnungsdaten kostenlos über eine Weboberfläche einzugeben und abzurufen.
Ge­setz­li­che An­for­de­run­gen an die E-Rech­nung gel­ten wei­ter
Ansonsten bleiben die Anforderungen an die E-Rechnung grundsätzlich gleich. Nach wie vor gelten etwa die Anforderungen an die Echtheit der Herkunft und die Unversehrtheit des Inhalts. Die Rechnung muss nicht nur für das menschliche Auge lesbar, sondern auch unveränderbar sein. Und sie muss weiter – hierzulande nach § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) – bestimmte Pflichtangaben enthalten, damit der Empfänger den Vorsteuerabzug geltend machen kann. Der Steuerberater weiß, was Unternehmer mit Blick auf Abnehmer in Italien oder anderen Ländern beachten müssen.
E-Rech­nung muss in I­ta­lien be­son­ders ar­chi­viert wer­den
Bei diesem Gespräch sollte auch geklärt werden, wie sich elektronisch gestellte oder empfangene Rechnungen mit Blick auf eine Betriebsprüfung rechtssicher archivieren lassen. Auf Verstöße bei der Archivierung einer E-Rechnung reagieren die hiesigen Finanzämter bislang uneinheitlich: Manche verwerfen die Buchhaltung mit Verweis etwa auf Veränderlichkeit der Daten, andere nicht. Klärungsbedarf gibt es auf jeden Fall. Was Ausgangsrechnungen nach Italien betrifft: Die Archivierungsvorgaben sind technisch durchaus komplex. Das macht ein Gespräch mit dem Steuerberater unbedingt notwendig.
Archivierte Rechnungen müssen etwa gruppiert und anschließend mit einer qualifiziert elektronischen Signatur sowie einem Zeitstempel versehen werden. Hierfür existiert die so genannte AgID-Zertifizierung. Sie attestiert dem Anbieter einer Archivlösung, dass alle technischen, organisatorischen, finanziellen und formalen Anforderungen an eine rechtskonforme, elektronische Archivierung in Italien erfüllen.
Weiterlesen

Veröffentlicht unter TRIALOG - Der Unternehmerblog | Hinterlasse einen Kommentar