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Soll­be­steu­e­rung ver­mei­den und so die Li­qui­di­tät ver­bes­sern

Bei der Umsatzsteuer läuft einiges anders als bei der Einkommensteuer. Gerade Jungunternehmer sind oft überrascht, wenn sie erfahren, dass sie dem Fiskus bereits Geld überweisen müssen, bevor eine Rechnung beglichen worden ist. Diese Pflicht ergibt sich aus dem gesetzlich vorgesehenen Regelfall, der so genannten Sollbesteuerung. Aufgrund der Sollbesteuerung ist die Umsatzsteuer bereits für den Monat beziehungsweise das Quartal fällig, in dem der Unternehmer die Rechnung ausgestellt hat. Eingeräumte Zahlungsziele spielen keine Rolle.
Das Finanzamt verlangt die Steuer also auf Basis der vereinbarten Entgelte, nicht auf Basis der tatsächlichen Zahlungseingänge auf dem Konto. Für Unternehmer bedeutet dies: Sie finanzieren dem Fiskus bei der gesetzlich vorgeschriebenen Sollbesteuerung die Umsatzsteuer vor – auf Kosten der eigenen Liquidität. Bei oft gezwungenermaßen großzügigen Zahlungszielen etwa im Geschäft mit Konzernen durchaus über längere Zeit hinweg.
Soll­be­steu­erung schwächt die Li­qui­di­tät
Vermeiden lässt sich diese Belastung nur durch einen Antrag auf Istbesteuerung. Dann fällt die Umsatzsteuer erst an, nachdem das Geld dem Konto gutgeschrieben worden ist. Wer noch keinen Antrag gestellt hat beziehungsweise unsicher ist, ob er dafür die Voraussetzungen erfüllt, sollte dies rasch mit dem Steuerberater besprechen. Denn die Umstellung von der Sollbesteuerung auf die Istbesteuerung kann die Liquidität erheblich stärken.
Durchwinken dürfte das Finanzamt den Antrag, sofern Unternehmer nur zur Einnahmen-Überschussrechnung verpflichtet sind oder ein bilanzierendes Unternehmen einen Vorjahresumsatz von bis zu 500.000 Euro ausweist. Freiberufler haben ebenfalls gute Chancen auf Istbesteuerung und das sogar umsatzunabhängig – solange sie nicht freiwillig bilanzieren. Schlechte Nachricht für bilanzierende Gründer mit gleich zu Beginn guten Umsätzen: Bei ihnen rechnet der Fiskus den Vorjahresumsatz auf zwölf Monate hoch. Er lehnt also womöglich bereits bei niedrigeren Umsätzen als 500.000 Euro den Antrag auf Istbesteuerung ab, wenn die Umsätze auf zwölf Monate hochgerechnet die Grenze übersteigen würden.
Bun­des­fi­nanz­hof hat Zwei­fel an Soll­be­steu­erung
Ist der Antrag auf Istbesteuerung durch, müssen Unternehmer also – im Gegensatz zur Sollbesteuerung – keine Vorleistungen für noch nicht vereinnahmte Umsatzsteuern erbringen. Das erhöht sehr direkt ihre Liquidität. Wer die Sollbesteuerung dagegen nach derzeitiger Rechtslage nicht umgehen kann, für den ist sie oft eine immense Belastung. Das erkennt offenbar allmählich auch der Bundesfinanzhof (BFH) an. Die obersten Finanzrichter zweifelten 2017 in gleich zwei Fällen an, dass es nach EU-Rechtslage in Ordnung geht, dass zur Sollbesteuerung verpflichtete Unternehmer die Umsatzsteuer vorfinanzieren. Zwar entspricht die Sichtweise der in den Fällen vor dem BFH unterlegenen Finanzämter einer jahrzehntelang auch vom BFH bestätigten Besteuerungspraxis. Die BFH-Richter forderten den Europäischen Gerichtshof (EuGH) nun jedoch auf zu prüfen, ob diese Besteuerungspraxis mit den EU-Vorgaben für das gemeinsame Mehrwertsteuersystem vereinbar ist.
EuGH ü­ber­prüft die Soll­be­steue­rung
Ob die Sollbesteuerung den EU-Vorgaben genügt, soll also nun der Europäische Gerichtshof (EuGH) prüfen. Mit etwas Glück für Unternehmer gibt es also womöglich bald neue Regeln für die Istbesteuerung. Schließlich soll die Umsatzsteuer für Unternehmer grundsätzlich belastungsneutral sein und nur Endverbraucher belasten – so lernen es Studenten über die Systematik des Steuerrechts. Doch gerade für Unternehmer, die ihren Kunden lange Rechnungslaufzeiten oder auch Ratenzahlungen gewähren, ist die Belastung im Lauf der Zeit ganz enorm. Der EuGH ist für Unternehmer die derzeit einzige Hoffnung auf eine baldige Erleichterung in Sachen Sollbesteuerung. Eine zuvor dagegen gerichtete Verfassungsbeschwerde hat das Bundesverfassungsgericht nicht angenommen. Vom Steuerberater erfahren Unternehmer, wie es in dem Fall weitergeht. Das Aktenzeichen des anhängigen EuGH-Verfahrens lautet: EuGH C-548/17. Weiterlesen

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Wie Sie Stolper­fallen im Online-­Handel umgehen

Betreibt ein Unternehmen einen Online-Handel, muss es die besonderen Anforderungen im Rechnungswesen beachten. Dazu gehören die Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff (GoBD). Dabei hilft dieser Ratgeber. Er erläutert die umsatzsteuerlichen Besonderheiten, wie die Unterschiede zwischen Eigenhändler und Vermittler, die Versandhandelsregelung mit den Lieferschwellen oder die Kleinunternehmer-Regeln im In- und Ausland.
So wickeln Sie den Online-Handel regelkonform ab
Schon bei der Bestellung im Internet müssen die entscheidenden Daten des Kunden abgefragt werden, um die Aufträge getrennt nach B2B- und B2C-Geschäften einerseits und nach dem Ort der Besteuerung andererseits regelkonform abzuarbeiten. Falsch angewendete umsatzsteuerliche Regeln können gerade im Massengeschäft via Internet zu umfangreichen Berichtigungen, Doppelbesteuerungen, Ordnungswidrigkeiten und sogar Strafen im In- und Ausland führen.
Die Registrierungs- und Meldepflichten, etwa bei der Mini-One-Stop-Shop-Regelung (MOSS) werden ebenso erläutert wie die Problemfelder, die Sie am besten mit einem Steuerberater klären.

Fachbuch „Stolperfalle Online-Handel“
Umfang ca. 170 Seiten
Erscheinungstermin 11/2018
Print Art.-Nr. 35152
E-Book Art.-Nr. 19344

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A1-Be­schei­ni­gung muss 2019 elek­tro­nisch be­an­tragt wer­den

Für Unternehmer auf Kundensuche ist die Europäische Union ein Paradies. Sie profitieren von den „Vier Freiheiten“ des Binnenmarktes – dem freien Verkehr von Waren, ­Personen, Dienstleistungen und Kapital. Aber nur mit den richtigen Dokumenten. Wird ein Firmenchef oder einer seiner Mitarbeiter in einem anderen EU-Land sowie Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz beruflich tätig, braucht er eine A1-Bescheinigung. Sie belegt, dass er in Deutschland sozialversichert ist und nicht in die Sozialversicherung des Landes einzahlen muss, in dem er sich vorübergehend aufhält. Ein großes Thema ist dies natürlich für die Transportbranche sowie das Handwerk. Bus- und Lkw-Fahrer sind permanent auf Schnellstraßen unterwegs. Maurer, Schreiner und Installateure von Bauhandwerkern sind längerfristig auf Baustellen im Einsatz. Damit steigt nicht nur das Risiko eines Unfalls, sondern auch die Gefahr, dass bei einer Kontrolle das Fehlen der A1-Bescheinigung entdeckt wird.
A1-Beschei­ni­gung für je­den EU-Aus­lands­ein­satz er­for­der­lich
Aber eine A1-Bescheinigung brauchen nicht nur Handwerker oder Berufskraftfahrer. Diese Pflicht schließt auch jeden Angestellten ein, der vorübergehend in einer eigenen Niederlassung im Ausland oder bei Kunden arbeitet. Darüber hinaus muss schon für jedes Gespräch mit einem Auftraggeber in dessen Heimatland die A1-Bescheinigung vorhanden sein. Und auch für jeden Messebesuch, sei es als Aussteller oder Gast. Tatsächlich wäre eine A1-Bescheinigung sogar für den kurzen Abstecher über die Grenze nach Polen, Luxemburg oder Österreich erforderlich, bei dem der Firmenwagen billig betankt wird. Auch das ist schließlich eine mit dem Betrieb verbundene Aktivität.
Geschäfts­rei­sen­de müs­sen A1-Be­schei­ni­gung zei­gen kön­nen
Dass in einzelnen Ländern für die A1-Bescheinigung besondere Regelungen mit Blick auf Aufenthaltsdauer, Tätigkeiten oder Auftragsvolumina gelten, zeigt eine Europakarte von „Markt und Mittelstand“. Jeder Unternehmer ist daher gut beraten, rechtzeitig mit dem Steuerberater sozialversicherungsrechtliche Details der Region zu klären, wo er tätig werden will. Gerade beim ersten Engagement dort lassen sich so unangenehme Überraschungen vermeiden. Eine fehlende A1-Bescheinigung kommt Unternehmen schnell teuer zu stehen. Vor allem in Frankreich und Österreich wird verstärkt kontrolliert, ob Ausländer eine Entsendungserklärung beziehungsweise A1-Bescheinigung vorweisen können. Angeblich lassen sich Prüfer am Flughafen die A1-Bescheinigung zeigen und blättern an der Hotelrezeption in Gästelisten, um gezielt Geschäftsreisende identifizieren zu können. Bei einer fehlenden Entsendungserklärung – und die ist de facto erst mit der A1-Bescheinigung vollständig – drohen etwa in Frankreich Sanktionen von bis zu 2.000 Euro pro entsandtem Arbeitnehmer sowie bis zu 500.000 Euro Bußgeld.

A1-Beschei­ni­gung bei der So­zial­ver­si­che­rung be­an­tra­gen
Die A1-Bescheigung ist ein wichtiger Aspekt beim Einsatz von Mitarbeitern ins Ausland. Allerdings ist zu unterscheiden zwischen der klassischen Entsendung und der gewöhnlichen Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten. Eine Entsendung liegt vor, wenn ein in Deutschland versicherungspflichtig Beschäftigter für den Arbeitgeber gelegentlich in einem anderen EU-Staat beziehungsweise Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz tätig ist. Das gilt auch, wenn mehrere Einsätze in denselben Staat oder in verschiedenen Staaten erfolgen, ohne dass dies im Voraus feststeht. Jeder dieser Einsätze erfordert dann einen eigenen Antrag – wobei die Dauer einer Entsendung bis zu 24 Monate betragen kann. Für gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer stellt die Krankenkasse die A1-Bescheinigung aus, für Privatpatienten der Rentenversicherungsträger.
A1-Be­schei­ni­gung kommt von Kran­ken­kas­se, Ren­te, DVKA
Eine gewöhnliche Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedstaaten liegt vor, wenn ein in Deutschland Versicherungspflichtiger regelmäßig in anderen Staaten tätig ist. Als regelmäßig gilt ab ein Tag im Monat oder fünf Tage im Quartal. Basis der Beurteilung sind die voraussichtlichen Arbeitseinsätze der nächsten zwölf Monate. Anders als bei der Entsendung erfordert bei der gewöhnlichen Erwerbstätigkeit in mehreren Mitgliedsstaaten nicht jeder Einsatz im Ausland eine neue A1-Bescheinigung. Der Antrag läuft über die Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung – Ausland (DVKA). Beispiel: Ein Maler in Aachen hat Aufträge aus Nachbarländern. Sein Team ist einmal wöchentlich in Belgien und zweimal monatlich in Holland. Zudem muss es einmal überraschend nach Luxemburg. Die Arbeitnehmer sind mit Blick auf ihre Tätigkeit in Belgien und Holland gewöhnlich in mehreren Mitgliedstaaten beschäftigt. Die A1-Bescheinigung kommt von der DVKA. Beim Luxemburg-Einsatz in handelt es sich um eine Entsendung. Dafür gibt es die A1-Bescheinigung bei den Krankenkassen der Arbeitnehmer.

Ab Januar ist A1-Be­schei­ni­gung elek­tro­nisch zu be­an­tragen
Vor diesem Hintergrund ist es nachvollziehbar, dass ein verpflichtendes maschinelles Antrags- und Bescheinigungsverfahren ab 2019 die Erteilung der A1-Bescheinigung vereinfachen soll. Für Firmenchefs heißt dies aber auch: Sie müssen mit dem Steuerberater klären, ob ihr Lohnabrechnungsprogramm die Funktion beinhaltet, eine A1-Bescheinigung zu beantragen. Und selbst wenn die Software dazu technisch in der Lage ist, ist zu überprüfen, ob die bisherigen Abläufe zum Planen der Dienstreisen und Auslandseinsätze beibehalten werden können. Künftig übernimmt zwingend der Bereich Lohn- und Gehalt das maschinelle Verfahren zur Beantragung der A1-Bescheinigung. Soll diese Aufgabe in einer anderen Abteilung bleiben, sind umgehend eventuell passende Schnittstellen zu schaffen, damit Antragsdaten und zurückgemeldete A1-Bescheinigung zwischen Lohn- und Gehaltsabrechnung und den Verantwortlichen für die Planung und Genehmigung von Dienstreisen oder Auslandseinsätzen ausgetauscht werden können. Der Steuerberater kann auch bei diesen organisatorischen Veränderungen mit seinem Knowhow unterstützen – und in dem Zusammenhang gleich über aktuelle Urteile zur Vergütung von Reisezeiten bei Auslandsentsendungen informieren.

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Diese Änderungen sind zum Jahreswechsel zu beachten

Bei der Personalwirtschaft kommen nun die zweite Stufe des Betriebsrentenstärkungsgesetzes und Neuregelungen für die sogenannten Midijobs (Anpassungen für Arbeitnehmer in der Gleitzone).
Zur frühzeitigen Vorbereitung: Jahreswechselseminare und Fachliteratur
Online- und Präsenzseminare informieren (LINK zu Beitrag von Julia) über gesetzliche Themen und deren Umsetzung in den DATEV-Programmen sowie Neuerungen und führen Schritt für Schritt durch den Jahreswechsel. Zudem gibt es umfangreiche Arbeitsunterlagen. Es empfiehlt sich, die Seminare rechtzeitig zu buchen. Wenden Sie sich bei Interessen an Ihren steuerlichen Berater.
Für die Durchführung: aktuelle Informationen zum Jahreswechsel
Im November erhalten Sie eine E-Mail mit Infos zu den wichtigsten Jahreswechselthemen. Um den Prozess durchgängig digital zu gestalten, wird es in diesem Jahr erstmals keine gedruckte Broschüre geben. Sie finden – wie auch in den Vorjahren – alle Informationen auf der Jahreswechsel-Plattform. Dort werden Sie schnell und umfassend zu allen Jahreswechselthemen und Serviceangeboten informiert. Hinterlegen Sie www.datev.de/jahreswechsel gleich als Favorit. Spezifische Informationen zu den Themen aus der Personalwirtschaft und dem betrieblichen Rechnungswesen erhalten Sie über den kostenlosen Infoservice. Hier kann er abonniert werden.
Bei Fragen: kostenlose Selbsthilfemedien und Erfahrungsaustausch
Die bewährten Selbsthilfemedien LEXinform/Info-Datenbank und die Programmhilfen bieten auch dieses Jahr Unterstützung mit Anleitungen, Checklisten und Servicevideos. Erweitert werden die Recherchemöglichkeiten mit dem neuen Servicekontakt. Sie erfassen darin kurz Ihre Frage und die Suche schlägt sofort Lösungen vor. Sollte nichts Passendes dabei sein, können Sie Ihr Problem direkt an den Service weitergeben.
Wenn Sie sich bei der Recherche direkt an andere Anwender richten möchten, nutzen Sie die DATEVCommunity als Wissensnetzwerk. Weiterlesen

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Die rich­tigen Ideen ma­chen Ih­re Weih­nachts­fei­er zum Hit

Wissen Sie, was Ihre Mitarbeiter – womöglich in Ihrem Auftrag – für die Weihnachtsfeier planen? Eine kleine Chef-Entführung vielleicht? Möglich wär’s. Dieses Angebot ist einer von mehr als zwei Millionen Treffern, wenn man „Weihnachtsfeier Ideen“ in die Suchmaschine eintippt. Den Chef entführen lassen mit Videobotschaft und anschließendem Weihnachts-Dinner. Hört sich nach einem Riesenspaß an – dürfte aber nur dann herzschonend für den Unternehmer sein, wenn es seine Idee ist und er die Planung selbst in die Hand nimmt. Es gibt eine ganze Fülle zeitlos schöner, aber durchaus origineller Ideen für die Weihnachtsfeier. So können Chefs ihre Mitarbeiter auch kurzfristig und mit kleinem Budget erfreuen.
Originell dürfen Ideen für die Weihnachtsfeier schon sein
Sie müssen es ja nicht gleich im ganz großen Stil krachen lassen und ein Flughafenterminal oder die Hamburger Börse für die Weihnachtsfeier mieten. Schöne Idee – aber es reicht sicher auch ein oder zwei Nummern kleiner. Ein bisschen mehr als Spekulatius und Lebkuchen auf einen Teller zu legen, sollten dem Chef seine Mitarbeiter allerdings schon wert sein. Immerhin ist die Weihnachtsfeier eine gute Gelegenheit, den Zusammenhalt der Mitarbeiter und das Betriebsklima zu stärken.
Das Netz spuckt Millionen von Weihnachtsfeier-Ideen aus
Wer ein wenig im Internet recherchiert, findet zahllose Ideen für die Weihnachtsfeier: Fackelwanderung mit Glühweinumtrunk gefällig? Oder eine Hüttenzauberparty? Wer mag, kann sich ein paar Performance-Künstler oder ein Improvisationstheater ins Haus holen. Zur Weihnachtszeit wäre sicher auch eine Feuershow passend – die kann dann schon am späten Nachmittag starten, anders als auf dem Sommerfest. Und falls die Darbietung eher sportlich als künstlerisch daherkommt, spart das womöglich sogar ein wenig Geld für die Künstlersozialabgabe – also vielleicht eine Show mit Profitänzern oder Akrobaten? Die Sache mit der Künstlersozialabgabe sollten Unternehmer aber unbedingt mit dem Steuerberater klären.

Gute Weih­nachts­feier-Ideen be­in­hal­ten mehr als Weih­nachts­märkte
Auch ein betrieblicher Lehrgang der besonderen Art – vielleicht ein geselliger Kochkurs mit anschließendem Weihnachtsessen – könnte für Mitarbeiter und Chef ganz spaßig sein. Natürlich können Unternehmer die Gelegenheit ebenso für einen Ausflug mit ihren Beschäftigten nutzen – wobei das Ziel nicht unbedingt der nächste Weihnachtsmarkt sein muss. Hier bietet sich das gesamte kulturelle, gastronomische oder touristische Angebot einer Region an. Vielleicht auch ein Besuch im Theater oder Zirkus. Oder ein weniger bekanntes Event wie etwa ein Exit-Game. Die gibt es mittlerweile vielerorts: Dabei wird das Team eine Stunde in einen Raum gesperrt und muss gemeinsam verschiedene Rätsel und Aufgaben lösen, um sich zu befreien. Anschließend können Chefs mit der Belegschaft ja immer noch Bratwurst und Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu sich nehmen.
Das gilt für den Weihnachtsfeier-Freibetrag
Auch steuerlich gibt es seit einiger Zeit mehr Grund zur Freude über die Weihnachtsfeier. Vor ein paar Jahren hat die Bundesregierung die bis dato geltende 110-Euro-Freigrenze in einen 110-Euro-Freibetrag umgewandelt – eine gute Idee. Denn: Geben Arbeitgeber pro Arbeitnehmer mehr als diesen Betrag aus, sind nicht mehr wie früher die gesamten Kosten für die Mitarbeiter lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig, sondern nur die über den Freibetrag hinausgehenden Ausgaben. Eine weitere gute Nachricht kam kürzlich vom Finanzgericht Köln: Sagen Mitarbeiter kurzfristig ihre Teilnahme an der Weihnachtsfeier ab, zählen sie trotzdem bei der Berechnung der Pro-Kopf-Ausgaben mit. Ihre Abwesenheit wirkt sich damit also nicht steuerlich nachteilig für die Kollegen aus, weil die Kosten auf alle bei der Planung angemeldeten Personen verteilt werden und nicht nur die Anwesenden. Allerdings ist hierzu die Revision beim Bundesfinanzhof anhängig (Az. VI R 31/18). Unternehmer sollten im Fall der Fälle also auch hierzu ihren Steuerberater fragen.
Steuer­berater hilft bei Ein­ord­nung der Weih­nachts­fei­er-Kos­ten
Den Steuerberater in die Planung der Weihnachtsfeier einzubeziehen, ist sowieso eine gute Idee. Er weiß genau, wie welche Kosten einzustufen sind und welche Ausgaben das Finanzamt mit Blick auf die Weihnachtsfeier berücksichtigt – das ist nicht ganz trivial. Auch weiß er, woran Unternehmer bei der Weihnachtsfeier noch denken sollten. So bekommen Firmenchefs finanzielle Planungssicherheit und müssen nicht am Ende nochmal neu rechnen und den Mitarbeitern womöglich Kosten aufbürden.
Auch eine Idee: Weih­nachts­deko jetzt – Weih­nachts­fei­er spä­ter
Wer seinen Betrieb – etwa in Gastronomie oder Handel – durch viel Vorweihnachtsstress lenken muss, der kann sich mit der Idee einer Weihnachtsfeier vielleicht generell nicht besonders anfreunden. Wie wäre es dann mit Nachfeiern? Das machen mittlerweile zahlreiche Unternehmer mit ihrer Belegschaft so. Und auch der ein oder andere Kindergarten und Hort beispielsweise in Wiesbaden hat schon vor Jahren die Weihnachtsfeier zum Jahresanfangsfest gemacht. Eine sehr wirkungsvolle Maßnahme gegen den ausufernden Weihnachtsstress. Und auch gut für das Betriebsklima. Ein bisschen Weihnachtsdekoration sowie Teller mit Lebkuchen und Spekulatius sollten Unternehmer trotzdem für den Dezember besorgen, um ihren Mitarbeitern unabhängig vom Termin des Weihnachts- oder Jahresanfangsfestes eine kleine Freude zu machen. Sie brauchen es ja nicht gleich zu übertreiben. Weiterlesen

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So bauen Sie Toch­ter oder Sohn für die Nach­folge auf

Nachfolge ist überall ein Thema. Neulich war zu lesen, dass dem Handwerk die Meister ausgehen. Gesucht sind also nicht nur neue Personen für die Firmenspitze, sondern auch Nachfolger für in den Ruhestand wechselnde Facharbeiter und Spezialisten. Eine mögliche Lösung: auf Meisterinnen setzen. Klingt wie Wortklauberei, ist aber eine sinnvolle Lösung, denn auch Frauen können Führung und Leistung. Durch sie haben schon viele Betriebe eines der größten Probleme im Mittelstand gelöst: die Nachfolge. Statt eines Nachfolgers übernimmt einfach eine Nachfolgerin das Unternehmen, etwa eine Tochter oder Enkelin. Das klappt selbst in Familienunternehmen mit einer langen Linie von Patriarchen. Vor ein paar Jahren wurde sogar der Trend „Generation Tochter“ für den Mittelstand ausgerufen. Der hat viel für sich: Auf Frauen zu setzen, ist mit Blick auf die Nachfolge oft eine naheliegende und gute Lösung. Unabhängig vom Geschlecht ist und bleibt das Wichtigste aber: Firmenchefs müssen die Nachfolge gut durchdacht sowie geplant angehen – und vor allem zeitig. Dann klappt das mit der Nachfolge schon.
Der Mittelstand legt die Nachfolge in Töchterhand
Die Lage auf dem Markt für Nachfolge ist eng
Bei der Nachfolge nicht zu lange auf die Kinder warten
Die Nachfolge muss von langer Hand geplant sein
Nachfolgersuche oder Unternehmensverkauf?
Der Mit­telstand legt die Nach­folge in Töch­terhand
Es gibt viele gute Beispiele für die „Generation Tochter“ – also bei der Nachfolge auf die Tochter zurückzugreifen. Zahlreiche Mittelständler haben das schon so gemacht. Der gerade verstorbene Berthold Leibinger etwa berief seine Tochter Nicola Leibinger-Kammüller zur Chefin des Maschinenbauers Trumpf. Julia Esterer übernahm von ihrem Vater den hessischen Tanklastzugspezialisten Helsa. Julia Reichert leitet in fünfter Generation die Roemheld Gruppe, seit Jahresbeginn 2018 gemeinsam mit ihrem Bruder. Dass der Trend nicht neu ist, zeigt das Beispiel Sybill Storz. Sie trat 1950 in das von ihrem Vater gegründete Pharmaunternehmen Karl Storz Endoskope ein und baute es zu einem Konzern aus. Klar ist: Die Nachfolge im Mittelstand treten längst auch Töchter ganz selbstverständlich an. So lässt sich oft am besten der Wunsch erfüllen, das Unternehmen in der Familie zu halten. 60 Prozent wollen das, so eine Studie der mittlerweile nur noch kurz KfW genannten Kreditanstalt für Wiederaufbau, die weltgrößte nationale Förderbank. Und oft genug glückt es auch – mit Töchtern wie auch nach wie vor mit Söhnen: So macht sich derzeit Erich Sixt bereit für die anstehende Übergabe seines Leihwagenkonzerns an seine beiden Söhne.
Die Lage auf dem Markt für Nach­folge ist eng
Bis 2022 planen mehr als eine halbe Million Unternehmer ihre Nachfolge. Seit Jahren ist die Rede von einer Nachfolgewelle, die über den Mittelstand hinwegspülen wird. Für rund 100.000 Unternehmen sollte die Nachfolge eigentlich bereits bis Ende 2019 umgesetzt sein – ohne, dass derzeit ein Nachfolger gefunden oder mit der Suche auch nur begonnen worden ist. Das ergab eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels. Das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) in Bonn rechnet für den kleineren Mittelstand bis 2022 mit einer anstehenden Nachfolge in 150.000 anstehenden Fällen. Dabei geht es um inhabergeführte Unternehmen mit nicht mehr als 500 Mitarbeitern oder 50 Millionen Euro Jahresumsatz.
Klar ist: Die Nachfolge ist ein Problem für Unternehmer aller Branchen und Größen, sie gehen das Thema aber allzu oft erst viel zu spät an. Daher verwundert auch nicht, dass für jeden siebten Unternehmer laut KfW-Studie die Stilllegung eine – wenn nicht gar die einzige – Option ist. Jeder vierte Unternehmer dürfte dann bereits mehr als 70 Jahre alt sein, jeder zehnte sogar bereits 80 Jahre. Auch dem Handwerk fehlen nicht bloß Azubis und Meister, sondern auch Nachfolger. Allein im Handwerk stehen in den nächsten fünf bis sechs Jahren 200.000 Unternehmen zur Übergabe an, weiss Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH).

Bei der Nach­folge nicht zu lange auf die Kin­der war­ten
Viele Unternehmer schieben das Thema auf die lange Bank – auch wenn sich schon abzeichnet, dass die von ihnen präferierte Lösung der Nachfolge nicht klappt. Sperrt sich etwa ein Sohn dagegen, den Betrieb zu übernehmen, hoffen sie eben auf einen späteren Meinungsumschwung. Zumeist vergebens, wie eine Befragung von 34.000 Unternehmerkindern in 34 Ländern zeigt: Eine Mehrheit will die Nachfolge nicht antreten, ergab die Studie laut FAZ. Über die Hälfte will lieber als Angestellter woanders arbeiten, hat die Universität Sankt Gallen in einer gemeinsamen Studie mit der Beratungsgesellschaft Ernst & Young herausgefunden. Ein Drittel kann sich eine unternehmerische Tätigkeit vorstellen – aber lieber im selbst gegründeten Betrieb. Nur ein Zehntel der potenziellen Nachfolger bleibt als Kandidaten übrig. Immerhin: Im Handwerk übernimmt in der Hälfte der Fälle eines der Kinder das Unternehmen. Knapp jedes vierte Handwerksunternehmen geht in die Hände eines Mitarbeiters.

Die Nach­folge muss von lan­ger Hand ge­plant sein
Viele Unternehmer haben keinen guten Plan für ihre Nachfolge. Und den machen sie auch noch zu spät. Gut 70.000 reichen Jahr für Jahr im Schnitt ihren Betrieb an einen Nachfolger weiter. In rund jedem vierten Fall erwischt es das Unternehmen ungeplant – weil der Chef etwa überraschend schwer erkrankt oder stirbt. Oft hat der Firmenchef dann nicht nur die Planung der Nachfolge verpasst, sondern auch keinen Notfallordner vorbereitet. In dem sollten eigentlich Zugangsdaten und Passwörter, technische Produkt- und Maschinendaten, Listen mit Ansprechpartnern und die nötigen Vollmachten sein, beispielsweise für Geschäftskonten. Fehlt diese Art der Vorbereitung auf den Unfall oder Ausfall des Unternehmers, kann eine rasche Nachfolge in der Krise leicht scheitern. „Acht Prozent der Unternehmen überleben den Bruch an der Spitze nicht“, berichtete vor ein paar Jahren der damalige Geschäftsführer des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn, Frank Wallau. Selbst sonst gesund dastehende Unternehmen geraten dann schnell in Turbulenzen, wie etwa der Bobbycar-Hersteller BIG Spielwaren aus Fürth vor Jahren. Die Planung der Nachfolge hinauszuzögern gilt nicht wenigen Experten als der größte unternehmerische Fehler überhaupt.

Erfolg­reiche Nach­folge im Un­ter­neh­men er­for­dert viel Be­ra­tung
Am besten starten Unternehmer zehn Jahre vor der geplanten Abgabe ihres Unternehmens mit der Planung der Nachfolge, raten Experten übereinstimmend. Schon lange vor dem Ruhestand sollten sie klären, wie sie sich die Nachfolge vorstellen – und ob der anvisierte Kandidat überhaupt zur Verfügung stehen will. Besser, sie berufen frühzeitig einen zusätzlichen Geschäftsführer, als womöglich ungeplant ohne Führungsspitze dazustehen. Haben Unternehmer sich grundlegend Gedanken über mögliche Regelungen der Nachfolge gemacht, sollten sie einen Anwalt oder ihren Steuerberater auf das Thema ansprechen. Der Steuerberater und der Rechtsanwalt beraten bei der Frage, was es mit Blick auf die Nachfolge in Sachen Testament, Gesellschaftsverträge sowie auch Ehe- und Erbverträge zu regeln und zu beachten gibt. Hierbei gibt es einiges mehr zu klären, als nur Steueroptimierung. Gerade wenn die Familie etwas größer ist, hilft nur der Blick aufs Ganze dabei, späteren Ärger mit der Nachfolge zu vermeiden. Wer Angehörige im eigenen kleinen Betrieb als Arbeitnehmer beschäftigt, sollte denen vorsorglich am besten schriftlich die Festanstellung bestätigen. Sonst gibt es für hinterbliebene Angestellte im Fall, dass der Chef verstirbt, womöglich Probleme etwa bei der Arbeitsagentur.
Nachfolge kann auch eine Familienverfassung notwendig machen
Für einige Unternehmer ist es sinnvoll, die Planung der Nachfolge mit dem Ausarbeiten einer Familienverfassung zu verbinden. Lohnen kann sich das für Inhaber größerer Betriebe oder verzweigter Familien, gerade wenn das Unternehmen stärker wächst. Die Familienverfassung ist eine Art Grundgesetz für die Firma und die damit verbundene Familie. Konkreter als ein Gesellschaftsvertrag legt sie jene Leitlinien und Werte fest, die das Unternehmen tragen sollen. Rechtsanwalt wie auch Steuerberater können beim Abfassen behilflich sein. Verfassungsartikel können betreffen:
Ziele, Werte und Selbstverständnis des Unternehmens etwa mit Blick auf Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen oder auch etwa gesellschaftliche Verantwortung.
Vorstellungen bezüglich der Eigentumsverhältnisse. Etwa die Frage, wer aus der engeren oder weiteren Familie alles Gesellschafter werden oder Anteile kaufen darf.
welche Rolle die Familienmitglieder im Unternehmen einnehmen, also etwa, ob die für sie vorgesehenen Funktionen dort beschränkt werden.
wie konstruktiv mit Konflikten in der Familie und im Unternehmen umgegangen werden soll und wie diese möglichst gelöst werden sollen.
Auch Fragen der Nachfolge kann eine Familienverfassung regeln, etwa ob das Unternehmen als Altersversorgung für die Familie dienen soll und ob es einen Nachfolger aus der Familie geben soll.
Nach­fol­gersuche oder Un­ter­neh­mens­ver­kauf?
Wer weiß oder vermutet, dass in der Familie niemand für die Nachfolge in Frage kommt, sollte frühzeitig andere Kandidaten suchen – in und außerhalb des Unternehmens. Die Hochschule für Wirtschaft und Recht hat die Seite „Nachfolge in Deutschland“ ins Netz gestellt, auf der sich neben diversen Informationen auch ein „nachfolg-o-mat“ findet. Er gibt eine erste Orientierung bei der Entscheidungsfindung. Fast jeder zweite Mittelständler zieht für die Nachfolge laut KfW, der Förderbank des Bundes, externe Kandidaten in Erwägung. Online-Plattformen können bei der Suche nach einem möglichen Nachfolger helfen.

Un­ter­neh­mens­be­wer­tung hat es bei der Nach­folge in sich
Bei der Nachfolge kann es dann darum gehen, dass der Unternehmer die Geschäftsführung abtritt, aber Gesellschafter oder auch Aufsichtsrat bleibt. Das bringt diverse Schwierigkeiten mit sich – unabhängig davon, ob der Geschäftsführer zur Familie gehört oder nicht. Oder Unternehmer können gerade auch bei externen Kandidaten den Verkauf des Betriebs in Erwägung ziehen. Der Steuerberater hilft bei der Bewertung des Unternehmens. Hilfreich ist beim geplanten oder auch nur erwogenen Verkauf aber durchaus auch, den eigenen Betrieb möglichst frühzeitig rein durch die Brille des Käufers zu betrachten, also die Marktlage für Unternehmensverkäufe und die üblichen Berechnungsmethoden einzubeziehen. Fällt die Bewertung des Unternehmens überraschend schlecht aus – oft weichen mit dieser Methode errechnete Preise stark vom mit der Buchwertmethode ermittelten Ergebnis ab –, können Unternehmer zeitig über mögliche Maßnahmen zur Wertsteigerungen nachdenken. Die würden helfen, den Verkaufspreis zu verbessern. Das abwägen und betriebswirtschaftlich sowie steuerlich durchrechnen sollte der Unternehmer gemeinsam mit dem Steuerberater. Dann könnte der Management-Buy-Out (MBO) eine Alternative für die Nachfolge sein. Im Mittelstand liegen MBOs zunehmend im Trend – mit einem Rekordhoch im vergangenen Jahr.

Weicher Über­gang – die Nach­folge in Teil­zeit
Organisatorisch kann sich je nach Branche und Situation des Nachfolgers oder der Nachfolgerin ein weicher Übergang für Nachfolge oder Verkauf anbieten. Bei Ärzten und Zahnärzten ist etwa beliebt, dass sich Praxisinhaber vor dem Ruhestand den Nachfolger in Teilzeit in die Praxis holen. Vorteil für den bisherigen Inhaber der Praxis ist neben der zeitlichen Entlastung vor allem, dass sich so auch in den Jahren vor dem Ruhestand noch größere Investitionen etwa in moderne Behandlungseinheiten oder Geräte lohnen und an Risiko verlieren. Das ist auch ein Argument dafür, dieser Lösung den Vorzug gegenüber den derzeit zunehmenden Verkäufen an Klinikkonzerne oder Finanzinvestoren zu geben. Für Nachfolger ist der gleitende Einstieg wiederum eine gute Möglichkeit, das eigene Unternehmen mit der Familiengründung zu verbinden – unabhängig davon, ob das nun Tochter oder Sohn oder ein anderer Nachfolger frisch von der Uni ist. Auch hier sollten Praxisinhaber die mögliche Lösung und die steuerliche und vertragliche Gestaltung der Nachfolgeregelung eng mit Steuerberater und Anwalt ausarbeiten. Weiterlesen

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Rou­ter und Mo­bil­ge­rä­te ma­chen die Fir­men-IT an­grei­fbar

Schlecht gegen unbefugte Zugriffe geschützte Router sind ein hohes Risiko für die IT-Sicherheit. Unlängst veröffentlichte das American Consumer Institute eine Studie, nach der vier Fünftel der 186 auf Sicherheitslücken untersuchten Router von 14 Herstellern bekannte Sicherheitslücken enthielten. Insgesamt fanden die Forscher 32.003 Sicherheitslücken, von denen sieben Prozent ein kritisches und 21 Prozent ein hohes Risiko bargen. Auch vor diesem Hintergrund erklärt sich ein neues Gesetz im US-Bundesstaat Kalifornien: Router müssen ab 2020 entweder mit einem individuellen Passwort ausgeliefert werden. Oder sie müssen den Nutzer zwingen, ein starkes Passwort festzulegen, bevor das Gerät in Betrieb gehen kann.
Router in Deutsch­land sol­len si­che­rer werden
Weniger weitreichend ist die Technische Richtlinie (TR) zur Routersicherheit, die das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) diesen Monat als mögliche Vorstufe für ein geplantes Sicherheitskennzeichen oder Gütesiegel bekanntgeben will. Darin soll es etwa um Kriterien für Passwortänderungen und Verschlüsselung gehen sowie die Angabe eines Mindesthaltbarkeitsdatums, bis zu dem die Software gepflegt wird. Laut Chaos Computer Club (CCC) wehren sich einige Unternehmen aber dagegen, verbindliche Sicherheitsstandards vorzuschreiben oder Nutzern die Freiheit zu geben, ihre eigenen Router sicher zu machen.
Router und Mo­bil­ge­rä­te die­nen für An­griff auf Fir­men­netz­werk
Router und Unternehmensnetzwerk sind für jeden Unternehmer wichtige Themen, aus technischer wie aus rechtlicher Sicht. Zwar birgt die sogenannte Störerhaftung kein großes Risiko mehr. Wer bestimmte Punkte beachtet und auf Beschwerden reagiert, muss kaum fürchten, für das unbefugte Hochladen urheberrechtlich geschützter Werke durch Dritte über seinen Internetanschluss belangt zu werden. Das soll die Verbreitung öffentlich zugänglicher WLAN-Netze und Hotspots in Deutschland fördern. Aber in Sachen IT-Sicherheit – also beim Schutz nicht nur des Firmennetzwerks, sondern auch einzelner mit dem Internet verbundener Geräte gegen unbefugte Zugriffe von Aussen – bleibt der Unternehmer in der Pflicht. Das Passwort muss sicher, die Software auf dem neuesten Stand sein. Wer hier schlampt, dem hilft keine Cyberversicherung: Ohne ausreichende Vorkehrungen bei der IT-Sicherheit dürften die Policen wohl wertlos sein.

Freund­licher Hacker ins­tal­liert Fire­wall auf 100.000 Routern
Tatsächlich ist das Risiko groß, Hacker über kleine vernetzte Geräte eindringen zu lassen. Das gilt nicht nur für Router. Die immer beliebteren Überwachungskameras für den Einsatz in Haus und Betrieb sind nach Expertenmeinung oft offen wie ein Scheunentor. Allein hierzulande sollen 1,3 Millionen Systeme einfach zu kapern sein. Cyberkriminelle können sogar Multifunktionsdrucker leicht als Trojanisches Pferd nutzen. Und vor kurzem demonstrierte ein Computerfreak rund hunderttausend Routernutzern mit einer eigenwilligen Aktion ihre Nachlässigkeit in Sachen IT-Sicherheit: Er verschaffte sich Zugang zum Router, installierte dort Firewall-Regeln, die künftig einen Angriff abwehren, und hinterließ einen Kommentar mit Beschreibung der Sicherheitslücke.
Die Router-TR ist fertig gewesen im Mai dieses Jahres. Das heißt, da gab es dann verschiedene Diskussionen mit bestimmten Telekommunikationsunternehmen und anderen, die eine sehr unterschiedliche Sichtweise davon hatten.
Arne Schönbohm, Chef des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)
Den IT-Si­cher­heits­check der Ini­tia­tive „DsiN“ nutzen
So weit, dass ihnen ein freundlicher Hacker die richtigen Sicherheitseinstellungen aktivieren muss, sollten es Unternehmer keinesfalls kommen lassen. Besser wäre es, mit einem IT-Experten regelmäßig die Sicherheit von Firmen-IT und angebundenen Peripheriegeräte zu prüfen. Beim Einstieg in die Materie hilft auch der IT-Sicherheitscheck der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN). Er ist auf die Verhältnisse und Anforderungen in kleinen und mittelgroßen Betrieben zugeschnitten. Und was den Router betrifft: Hier ist jeder Nutzer aufgerufen, angesichts der vom American Consumer Institute gefundenen Schwachstellen mit die Frage zu beantworten, wie er das Gerät sicherer machen kann. Dazu gehört etwa ein Software-Update, die Deaktivierung der Fernzugriff-Funktion, das Festlegen eines stärkeren Passworts. Wer seinen Router für zu alt oder zu unsicher hält, sollte eventuell nicht gleich ein neues Gerät kaufen. Besser wäre es, die Technische Richtlinie zur Routersicherheit abwarten, um zu sehen, worauf er bei der Wahl des Routers besonders achten sollte. Weiterlesen

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Steuerfreie Zuwendungen kommen gut an

Monat für Monat das Gleiche: Ihr Arbeitnehmer erhält sein Gehalt, unabhängig davon, wie gut er gearbeitet oder wie motiviert er Projekte angestoßen hat. Eine Gehaltserhöhung klingt da für den Mitarbeiter erst einmal angenehm, bedeutet sie doch auf den ersten Blick mehr Geld und Anerkennung. Allerdings ist ein Aufschlag auf das Bruttogehalt nicht immer der beste Weg, um den Angestellten etwas Gutes zu tun. Denn nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben kommt meist nur noch wenig von der Gehaltserhöhung beim Arbeitnehmer an. Steigen dann auch noch die Lebenshaltungskosten, spürt der Mitarbeiter nichts von dem Bonus.
Zuwendungen mit Steuervorteil
So mancher Chef belohnt seine Angestellten daher nicht in Euro und Cent, sondern mit Sachleistungen. Das hat Vorteile, denn viele der so genannten Sachbezüge sind steuerlich begünstigt oder sogar gänzlich steuerfrei. Ein Sachbezug liegt vor:
bei jeder Einnahme, die nicht in Geld besteht
bei einer Zahlung an den Arbeitnehmer, die mit der Auflage verbunden ist, den Geldbetrag nur in einer bestimmten Weise zu nutzen
bei einem Warengutschein mit einem Höchstbetrag
Höhere Sachbezugswerte ab 2019
Ein Beispiel für einen steuerbegünstigten Sachbezug ist der Essenszuschuss. Vor allem kleinere Unternehmen können sich häufig keine Kantine leisten. Hier gibt es einige Varianten, vom Restaurantscheck bis hin zur digitalen App. Essenszuschüsse werden außerhalb des Betriebs nicht nur in Gaststätten akzeptiert. Auch in Supermärkten und anderen Lebensmittelgeschäften können sich Mitarbeiter für die Mittagspause versorgen. Ab 2019 können Arbeitnehmer hier sogar von höheren steuerfreien Sachbezugswerten profitieren: Der Bundesrat beschloss Ende vergangener Woche die Änderung der Sozialversicherungsentgeltverordnung. Damit ist ab 2019 pro Arbeitstag ein Steuerbonus von bis zu 6,40 Euro für ein Mittagessen möglich.
Gesundheitsvorsorge und Suchtvorbeugung zählen ebenfalls zu den steuerbegünstigten Zusatzleistungen. Gleich ob Entspannungsprogramm, Rückentraining oder Nichtraucherkurs: Hier können Sie Ihrem Mitarbeiter Leistungen im Wert von bis zu 500 Euro pro Jahr steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen.
Gutscheinkarte für den Einkauf
Mit speziellen Scheckkarten können Angestellte bei verschiedenen Anbietern einkaufen, also nicht nur bei Tankstellen, sondern auch in Kaufhäusern oder Internetshops. Diese klassischen Sachbezüge sind steuerfrei – allerdings nur bis zu einer Freigrenze von 44 Euro pro Monat.
Zu den Gehaltsextras, die Unternehmen ihren Mitarbeitern gewähren können, zählen außerdem das Jobticket oder der Zuschuss zur Kinderbetreuung. Aber auch Personalrabatt, Smartphone, Computer und Software-Zubehör oder ein steuerfreier Zuschuss zu den Internetkosten sind denkbar.
Die Palette der steuerbegünstigten Gehaltsextras ist vielseitig. Allerdings sind einige Besonderheiten zu beachten, etwa, ob es sich um einen Freibetrag oder eine Freigrenze handelt. Oder ob Sie als Arbeitgeber eine pauschale Versteuerung vornehmen müssen. Diese Aspekte sollten Sie mit Ihrem Steuerberater besprechen, damit der geplante Vorteil für den Mitarbeiter nicht zur Falle beim Finanzamt wird.

DATEV Fachbuch „Ratgeber Gehaltsextras“ und Lernvideo
Das DATEV-Fachbuch „Ratgeber Gehaltsextras, 4. Auflage“ informiert Sie über die wichtigsten Sachbezüge und zeigt die steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf.
Das Lernvideo online „Gehaltsextras und die Umsetzung in DATEV LODAS“ zeigt die wichtigsten Sachbezüge mit steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Vorteilen für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. So wird deutlich, wie Mitarbeiter gefunden und durch steuerfreie Leistungen, pauschalbesteuerte Lohnbestandteile und sonstige Leistungen an das Unternehmen gebunden werden können.

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Der Black Friday ist für Un­ter­neh­mer Ri­si­ko und Chan­ce zugleich

In einigen Wochen ist es wieder soweit: Am Black Friday und Cyber Monday – und eventuell sogar während der ganzen von Onlinehändlern ausgerufenen Cyber Week oder der von Elektronikketten propagierten Black Week – kommen die Preise für viele Verbraucherprodukte dramatisch ins Rutschen. Ausgehend von einer US-Tradition, startet auch in Deutschland die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts für den Handel rund um das Thanksgiving-Wochenende. Am vierten Donnerstag im November feiern die Nordamerikaner ihre Version des Erntedankfestes. Am folgenden Freitag – beziehungsweise langen Wochenende – führen viele Familienausflüge ins Einkaufszentrum. Um mit dem Black Friday des stationären Handels mithalten zu können, haben Onlinehändler deshalb den Cyber Monday und die Cyber Week etabliert. In den USA erreichte der E-Commerce-Umsatz 2017 an diesen Tagen über sieben Milliarden Dollar. Für Deutschland schätzte der Handelsverband Deutschland (HDE) den Umsatz auf rund 1,7 Milliarden Euro.
Vorsicht: Black Friday ist als Wort­marke weiter geschützt
Kleine Geschäfte können mit den Kampfpreisen der Marktführer rund um den Black Friday kaum mithalten, weder im Internet noch im stationären Handel. Die Großen kalkulieren ihre Angebote teilweise extrem knapp und nehmen Mini-Margen in Kauf. Händler sollten aber nicht nur mit Blick auf Liquidität und Ertrag vorsichtig mit Werbeaktionen zum Black Friday sein. Schon die Verwendung der Bezeichnung kann sie zu teuer stehen kommen. Um die Frage, ob die Wortkombination „Black Friday“ markenrechtlich geschützt ist, tobt nämlich immer noch eine heftige juristische Auseinandersetzung. Zwar hat das Deutsche Patent- und Markenamt entschieden, dass die Wortmarke Black Friday aufgrund mangelnder Unterscheidungskraft gelöscht werden soll. Dagegen legte die Markeninhaberin aber Rechtsmittel ein. Solange der Prozess läuft, können Händler weiter für die unerlaubte Verwendung des Begriffs Black Friday abgemahnt werden, was ihnen Ärger und Kosten beschert. Der Mittelstandsverbund (ZGV) empfiehlt deshalb, derzeit am besten gar keinen Black-Friday-Sale zu bewerben. Wer doch etwas vor hat, sollte zumindest einen Anwalt die die Planung entsprechender Aktivitäten einzubeziehen. Er kann beurteilen, ob etwa der Erwerbe einer Lizenz sinnvoll wäre.
An Black Friday oder Cyber Monday bil­lig ein­kaufen
Viele Händler dürften den Umsatz also nicht mit Black-Friday-Aktionen steigern können. Dafür lässt sich in diesem Zeitraum aber einiges an Geld im Einkauf sparen. Wer etwa gerade Elektrogeräte braucht, sollte sich jetzt informieren und seine Wunschprodukte auswählen, um eventuell während der Cyber Week zu einem Schnäppchenpreis zuschlagen zu können. Über gute Angebote informieren diverse Internetseiten, wo man sich in Alert-Newsletter eintragen kann. Allerdings ist generell Vorsicht geboten: Abzocker und Betrüger nehmen den Black Friday zum Anlass, um mit Fake-Shops an Zahlungsdaten zu kommen. Oder sie lassen sich bezahlen, ohne dann Ware zu liefern. Wie im echten Leben gilt für solche Fälle auch im Internet, dass manche Angebote einfach zu gut sind, um wahr zu sein.

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In den Rück­la­gen steckt die Fi­nanz­kraft

In den 70er- und frühen 80er-Jahren standen in fast jedem Kinderzimmer rote Plastiksparschweinchen, knallrot mit weißem Sparkassen-S. Das waren damals sehr beliebte Werbegeschenke für die Kinder nicht nur von Kunden – oft überreicht zum Weltspartag, der seit fast 100 Jahren immer Ende Oktober stattfindet. Beim Weltspartag ging und geht es um Finanzbildung im umfassenderen Sinne. Erklärt wird das Warum und vor allem das Wie der Bildung von Rücklagen. Auch für Unternehmer ein wichtiges Thema – und in Zeiten von Nullzinsen sowie mancher steuerlichen Hürde alles andere als trivial.
Die Rück­lagen si­chern die be­trieb­liche Existenz
Klar: Wer derzeit Geld auf ein Sparbuch einzahlt, vermehrt sein Geld kaum. Doch so altbacken der Begriff Weltspartag auch klingen mag – das Thema ist zeitgemäß, für Privatleute und für Unternehmer sowieso. Ohne Rücklagen bekommen Betriebe leicht Probleme. Wenn eine größere oder unvorhergesehene Investition nötig wird, die eine Finanzierung erfordert, senkt eine gute Eigenkapitalquote die Zinsen und bietet den Zugang zu besseren Konditionen. Fällt die Steuerforderung des Finanzamts, etwa nach einer Betriebsprüfung, höher aus als erwartet, lässt sie sich mit Geld vom Sparbuch begleichen. Das ist der Sinn solcher Rücklagen: Sie sind sofort verfügbar, wenn man sie braucht. Sie kosten keine Zinsen – zumindest bei niedrigeren Beträgen – und bringen mit etwas Glück sogar welche ein. Sie sorgen dafür, dass eventuell nötige Finanzierungen günstiger werden – dank der durch höhere Eigenkapitalquote besseren Bonität. Soweit klar.
Das gilt für die Rück­lagen von Bi­lan­zierern
Allerdings funktioniert das Zurücklegen für schlechte Zeiten im Betrieb teilweise anders als im Privaten. Wenn Unternehmer sich Rücklagen schaffen wollen, ist etwa sehr wichtig, ob sie nach Handelsgesetzbuch (HGB) bilanzieren oder einkommensteuerpflichtig sind und nur eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung machen. Der Steuerberater ist für Fragen und Hilfe bei der Planung der richtige Ansprechpartner. Für Bilanzierer nach HGB sind Rücklagen betriebswirtschaftlich vereinfacht gesprochen ein Bestandteil des Eigenkapitals. Das Handelsgesetzbuch verpflichtet Unternehmen zur Bildung von Rücklagen in gewisser Höhe. Bilanzielle Rückstellungen können Unternehmer für verschiedene Zwecke bilden, etwa Garantien. Solche Rückstellungen sind im Gegensatz zu simplen Rücklagen stets zweckgebunden. Alle Gründe akzeptiert der Fiskus hierfür nicht zwangsläufig. Dennoch haben bilanzierende Unternehmer es mit der Bildung von Rücklagen durch die Möglichkeit der steuerbegünstigten Rückstellungen oft leichter als Unternehmer, die nur zur Einnahmen-Überschuss-Rechnung verpflichtet sind. Freiwilliges Bilanzieren kann sich deshalb lohnen. Den Steuerberater darauf ansprechen sollten Unternehmer, die schwankende Gewinne verzeichnen oder projektbezogen arbeiten oder Material in großen Chargen einkaufen und hierfür Leistungen in kleinen Chargen erbringen, etwa als Tischler. Auch vor dem Unternehmensverkauf kann dieses Thema wichtig werden.
Hohe Rück­lagen durch Investi­tions­ab­zugs­betrag
Bei Unternehmern, die ihre Steuerlast per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln, gilt das Zufluss-Abfluss-Prinzip. Rücklagen bilden sie aus dem Nettogewinn. Sie haben bestenfalls die Option, für geplante Anschaffungen den Investitionsabzugsbetrag (IAB) anzusetzen. Unternehmer mit bis zu 235.000 Euro Bilanzvermögen oder maximal 100.000 Euro Gewinn – vor Abzug des Investitionsabzugsbetrags wohlgemerkt – können den IAB von bis zu 40 Prozent der geplanten Investitionssumme mittlerweile wieder – ähnlich wie zuvor die Ansparabschreibung – besser als ursprünglich vom Gesetzgeber vorgesehen für die Bildung von finanziellen Rücklagen nutzen. Auch wenn sie noch nicht so genau wissen, welche Investition sie in den nächsten drei Jahren planen, taugt das Instrument sogar zumindest wieder ansatzweise zur steuerlichen Glättung von Gewinn und Steuerlast – was das Gesetz eigentlich nicht vorsieht. Dafür sorgen Urteile der Finanzgerichte.
Spiel­raum beim Bil­den von Rück­la­gen mit dem IAB
Die sächsischen Finanzrichter urteilten, dass ein Unternehmer den Investitionsabzugsbetrag rückwirkend für ein anderes Wirtschaftsgut als geplant ansetzen kann, wenn er von der ursprünglich geplanten Investition Abstand nimmt – natürlich nur, sofern er dafür noch keinen IAB angesetzt und das Wirtschaftsgut tatsächlich innerhalb des zulässigen Investitionszeitraums angeschafft hat (Az.: 6 K 824/14). Die sich so ergebende Steuerersparnis wird mit der Steuernachzahlung auf den aufgelösten Investitionsabzugsbetrag für die geplatzte Investition verrechnet. Auf dieses wirtschaftsfreundliche Urteil setzte der Bundesfinanzhof (BFH) noch einen drauf. Die obersten Finanzrichter halten den IAB sogar dann für zulässig, wenn das Unternehmen die Investition längst getätigt hat. Allerdings nur, sofern der Steuerbescheid für das betreffende Jahr noch nicht bestandskräftig ist. Mit dem BFH-Urteil ist es nun sogar zulässig, den Investitionsabzugsbetrag nachträglich in Anspruch zu nehmen – auch ausschließlich, um hohe Steuernachzahlungen im Anschluss an eine Betriebsprüfung auf besonders elegante Art und Weise aufzufangen (Az.: IV R 9/14). Unternehmer haben also mit dem IAB einige Freiheiten bei der Bildung von Rücklagen. Sie sollten sich aber mit Hilfe ihres Steuerberaters finanziell gut absichern. Der Fiskus hat gerade bei diesem sehr beliebten Steuersparinstrument bereits bewiesen, dass er keine Hemmungen hat, die Rechtslage auch für Jahre rückwirkend zu ändern.
Rücklagen müssen schnell zur Verfügung stehen
Dass auf dem freien Markt derzeit wenig an die Verzinsung des Fiskus heranreicht, davon war hier bereits zu lesen. Wer auf den Investitionsabzugsbetrag setzt, weil die geplante Investition eben nicht im laufenden Steuerjahr ansteht, für den ist das Überzahlen von Steuern natürlich keine Option – das Geld wäre ja weg und könnte nicht mehr als Rücklage genutzt werden. Da kurzfristig verfügbar, ist der Klassiker schlechthin sicher das Geldmarktkonto – eines für betriebliche und eines für private Rücklagen des Unternehmers. Kurzfristig verfügbar wäre auch ein Aktien- oder Fondsdepot – hier sollten Unternehmer wegen Schwankungen und möglicher Verluste aber keine Rücklagen anlegen, die sie sicher benötigen. Gleiches gilt für fest gebundene Anlagen – in Immobilien oder andere nicht schnell verkäufliche Gegenstände. Die sind keine Option für Gelder, die dem Betrieb jederzeit zur Verfügung stehen müssen. Lediglich die Investition in Mietobjekte könnte sich rechnen – vor allem, wenn sich finanzielle mit personalstrategischen Überlegungen mischen. Weiterlesen

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